Natur & Wildnispädagogikfortbildung

Diese Fortbildung richtet sich an alle Menschen die sich einen intensiveren Zugang zur Natur wünschen. Menschen aus dem pädagogischen Bereich, wie Erzieher/-innen, Sozialarbeiter/-innen Lehrer/-innen. Sowie Menschen aus der Umweltbildung, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft und an ALLE die sich durch die Themenauswahl angesprochen fühlen.

Unser Ansatz zur Wildnispädagogik:

Erleben – Begreifen – Weitergeben

Mit kreativen, spielerischen Mitteln und aufmerksamer Begleitung möchten wir Menschen wieder mit der natürlichen Welt verbinden und helfen eine lebendige, fühlende Beziehung zu anderen Wesen und zu sich selbst aufzubauen.

Die Notwendigkeit von Achtsamkeit gegenüber unserer Umwelt, das Verständnis für die empfindlichen Zusammenhänge in den Ökosystemen und die Entwicklung einer (Rück-) Verbindung zwischen Natur und Mensch, stehen im Vordergrund der Fortbildung. Gleichzeitig stärken, die in Gemeinschaft erlebten Naturerfahrungen, die mittlerweile in unserer schnelllebigen Zeit gefährdeten zwischenmenschlichen Beziehungen.

Die Fortbildung befähigt alle Teilnehmenden anschließend, sich und andere zum weiteren selbständigen Lernen anzuleiten. Das sichere Anleitung und Begleiten von Gruppen in natürlicher Umgebung ist ein wichtiges Thema. Jedoch wird dieses Wissen im direkten Erleben vermittelt und ist somit auch eine Bereicherung für Menschen die keinen pädagogischen Kontext haben, sondern sich schlicht ein “artgerechteres” Leben wünschen. Ein großes Anliegen der Natur- und Wildnispädagogik ist es, die eigene Naturverbindung wieder “fühlbar” zu machen.

Das eigenständige Lernen stellt einen Eckpfeiler in der wildnispädagogischen Arbeit dar.
Deshalb leiten und regen wir unsere Teilnehmenden immer wieder an, die Natur auf unterschiedlichste Weise wahrzunehmen. Im Laufe des Jahres kommen so, einige “Werkzeuge” zusammen, mit denen eine autodidaktische Lernweise in natürlicher Umgebung möglich wird.

Gemeinsam werden wir die Natur, ihre Gesetze und Zusammenhänge mit allen Sinnen erleben und die Wahrnehmung für ihre Sprache intuitiv erweitern, praktische Fertigkeiten erlernen, um uns in ihrer Einfachheit und Fülle geborgen und wieder heimisch zu fühlen.

Das Sein im Hier-und-Jetzt und in der Gemeinschaft schenkt Begeisterung, Sinnhaftigkeit und Dankbarkeit. Wir begleiten alle TeilnehmerInnen auf ihrem individuellen Weg mit Rat und Tat. Durch das Erleben und Üben der verschiedenen Fertigkeiten werden Zusammenhänge klar und Stück für Stück kann das “Puzzle” Natur zusammengesetzt werden. Diese Aha-Momente machen Freude und das Lernen bringt Spaß. So kommen wir zum Begreifen und Verstehen unserer Umwelt, auf ursprüngliche Weise.

Wenn dieser natürliche Lernweg (Erleben, Üben=Begreifen) erst einmal gefestigt ist, ist das authentische Weitergeben der erlernten Fertigkeiten möglich.

 

Der Rahmen:

Die Wildnispädagogikfortbildung findet mit ca. 204 Unterrichtsstunden in einem Zeitraum von 4 Wochen statt.
Von Montag bis Donnerstag erfolgen die Unterrichtseinheiten mit verschiedenen Dozenten und ihren jeweiligen Fachbereichen. Freitags ist Praxistag. Hier geben wir Raum zum Üben, um so das Erlernte zu festigen und unterstützen  bei den individuellen Themen. Samstag und Sonntag finden keine Unterrichtseinheiten statt, sie stehen zur freien Verfügung.

Die Fortbildung findet in einem Waldstück/Seminargelände nahe 56288 Kastellaun statt.
Die Unterbringung im eigenen Zelt/Tarp/Laubhütte etc. ist Teil des Unterrichtes.
Anreise Infos und Packliste erhaltet ihr bei Anmeldung bzw. auf Nachfrage.

Es ist ein großes Geschenk einen ganzen Monat “Draußen” verbringen zu können. Es bedeutet wirklich anzukommen, loslassen zu können und die Erfahrung, im natürlichen Rhythmus eines Mondlaufes ohne Ablenkungen, tiefe Naturverbindung zu erlernen.
Auch die Gruppendynamischen Prozesse profitieren. In eine gesunde Gemeinschaft gehören sowohl ältere Menschen als auch Kinder.
Bei ausreichender Anzahl Kinder, stellen wir für die Unterrichtseinheiten ein Wildnis-Kinderprogramm mit geschulten Betreuern zur Verfügung.
Bitte sprecht uns darauf an.


Teilnahmegebühr:

1400 € zzgl. 490 € Logis, Kost, Material und Outdoor – Erste-Hilfe Schein 40 €

In die nächste Runde startet die WP-Fortbildung 2023 wieder.

Termin 2023:
03.07.-30.07. Juli
Wir freuen uns über frühzeitige Anmeldungen. 

Selbstständiges Lernen:

Wir wollen euch mit verschiedenen Werkzeugen dazu befähigen auch über die Fortbildung hinaus selbständig weiter zu lernen. Deswegen plant unbedingt 4 Stunden pro Woche für das Festigen der Inhalte und Erfahrungen ein. Die Theorie wird durch das Überarbeiten der Mitschriften und das Anlegen von Journalen (eigene schriftliche Zusammenfassungen und Zeichnungen über Pflanzen und Tiere) vertieft und gefestigt. Gerne begleiten wir euch auf diesem Weg im Mailkontakt.

Für ein fortlaufendes Lernen vermitteln wir euch auch gerne eine Praktikumsstelle in einer anderen Wildnisschule. Falls es hierzu oder zu anderen Punkten unserer Auslegung Fragen gibt, bitte einfach melden.

Abschlussprojekt und Zertifikat

Voraussetzungen für eine Zertifizierung:

In der letzten Woche unserer Wildnispädagogikfortbildung haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit durch ein Abschlussprojekt ihr Erlerntes zu demonstrieren. Jeder/Jede arbeitet alleine oder zu zweit eine Kurseinheit aus und leitet sie an. Maximal 1 – 1,5 Stunden pro Einheit.
Am letzten Wochenende feiern wir gemeinsam mit Familie und  Freunden ein Abschlussfest.

-Regelmäßige Teilnahme an den Modulen (min. 3 Wochen)
-Kontinuierliche Übungszeiten
-Journaling oder ein gleichwertiges handwerkliches Projekt

Kursort:

Waldstück/Seminargelände in der Nähe 56288 Kastellaun
(genaueres bei Anmeldung bzw. Nachfrage)

Kursleitung:

Ruth Hecker, Immo Meyer und Maria Salome Hoffmann
Des Weiteren dabei: Tatjana Jenke (Outdoor Erste Hilfe)

Hier geht`s zum Team

Jede Wildnisschule hat ihre Schwerpunkte. Das liegt an den verschiedenen Leidenschaften, die das Team mit in die Fortbildung bringt. Um einen gewissen Standard zu gewährleisten haben alle Schulen eine gemeinsame Basis.

Unsere Themen:

Grundfähigkeiten für das Über-leben in der Natur
Schutzhüttenbau, Tarp, Zelt und  Knotenkunde
Outdoor-Erste-Hilfe (mit Schein vom DRK)
Naturhandwerk -Schnitzen, Schnüre, Glutbrennen, Behälter aus Naturmaterialien
Kochen am Feuer mit und für Gruppen
Naturspiele für Groß und Klein
Der Sitzplatz als Lehrer
Feuer auf unterschiedliche Weise entfachen und hüten
Wildpflanzen als Nahrung-und Heilpflanzen
Gruppenkommunikation und leben in Gemeinschaft z.B. Rederunde
Wahrnehmung in der Natur durch verschiedenen Übungen sensibilisieren
Naturmentoring und die Kunst des natürlichen Lernens und Lehrens (Coyote Teaching)
Spurenlesen, tarnen und schleichen

Weitere Themen:

Wasser und Naturschutz
Danksagung
Vogelsprache
Essentielle Pilzkunde
Orientierung im Gelände
Lieder und Geschichten
Natürliche Gefahren erkennen und einschätzen lernen
Natur als Spiegel Zeremonien und Rituale, Medizinwanderung
Die Kraft der Dankbarkeit
Steinzeitliche Jagdtechniken
Rechte und Pflichten

In der ersten Unterrichtseinheit vermitteln wir euch das
Wildnis-Basiswissen:

Tarp und Schutzhüttenbau
Knotenkunde
Natürliche Gefahren erkennen und vermeiden lernen
Achtsamkeit in der Natur (Wahrnehmung  – Fuchsgang und Eulenblick)
Feuer entfachen und behüten – Feuerstein und Drillbogen
Naturhandwerk – Schnitzen, Glutbrennen, Schnurdrehen
Der Sitzplatz als Lehrer
Journaling (Autodidaktisches Lernen)
Einführung zum Kochen am offenen Feuer, in das besondere Lernen und Lehren (Kojote Teaching)
Sowie Kommunikation in Gruppen und Nahrung aus der Natur

Die Grundlagen der Wildnispädagogik werden uns die gesamte Zeit der Fortbildung begleiten. Ebenso das Kochen am Feuer. Um möglichst authentisch zu unterrichten, kochen wir unsere Mahlzeiten am offenen Feuer. Die Feuerstelle ist das Herz eines jeden Wildniscamps. Durch das Einteilen in die verschiedenen Bereiche (Dienste für die Gemeinschaft) werden alle Teilnehmenden im Laufe der Fortbildung mit den wichtigsten praktischen Aufgaben im Wildniscamp vertraut und sicher in der Handhabung.

 

Wir behalten uns vor, die Themen der “Laune” unserer natürlichen Umgebung anzupassen. Sie ist für die gemeinsame Zeit unsere größte Lehrmeisterin. Alle Lernaufgaben, die uns die Natur stellt, nehmen wir dankbar an. So ist zum Beispiel ein Gewitter oder Besuch von Tieren immer eine gute Gelegenheit authentische Erfahrungen zu sammeln.

Die Wildnispädagogik hat einen indigenen Ursprung. Die “Methoden” (so würden wir heute sagen) sind seit der frühsten Menschheitsgeschichte erprobt.
Wer sich mehr ins Thema vertiefen will, findet HIER eine sehr gute Zusammenfassung über die Ursprünge und die Entwicklung der Wildnispädagogik.

Die Wildpflanzenschule ist ein Teil vom Wildnisschulen Netzwerk Deutschland.

Ruth über die Fortbildung…

Ich möchte Menschen in ihrem (Rück-)Verbindungsprozess zur Natur und zu sich selbst begleiten und sie darin bestärken,
als Multiplikatoren diese Naturverbindung weiter zu geben. An Erwachsene und vor allem an Eltern und Kinder, damit diese gleich in der Verbindung aufwachsen und sie gar nicht erst verlieren. Über 99% der Menschheitsgeschichte lebten unsere steinzeitlichen Vorfahren als Jäger und Sammler in unmittelbarer Einheit mit der Natur.

Ihre enormen Erkenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten schlummern noch immer in uns “modernen Menschen”. Nach kurzer Zeit erleben wir, wie viel von diesem alten Überlebenswissen noch in uns steckt!

 

Bitte lest auch unsere AGBs:

Dort sind die Teilnahmebedingungen und die Informationen zur Zahlung geregelt.

Zu den AGBs