-Willkommen in der Wildpflanzenschule- Fortbildungen und Seminare in Heilpflanzenkunde und Wildniswissen

Die Wildnispädagogin Maria Salomé Hoffmann sammelt Wildkräuter und kocht sich eine Kräutersuppe im Baybachtal, wo sie auch gerne vor einer Höhle übernachtet.

Liebe Wildpflanzenfreunde, 

schön euch hier begrüßen zu dürfen.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen, kitzeln die Erde aus ihrem Winterschlaf und junges, wildes Grün beginnt sich, dem Himmel entgegen zu recken. Wir freuen uns auf die neue Wildpflanzen-Saison mit euch. Gerne nehmen wir eure Anmeldungen und Fragen hier entgegen.

Weiterführende Links sind grün markiert, einfach drauf klicken.

Aktuelles 2021*:

Da ich mich im Juli auf eine abenteuerliche Reise begebe (siehe Kräuterwalz im Wildpflanzen-Blog) finden die Seminare und Fortbildungen dieses Jahr im Frühjahr und Herbst/Winter statt.
In den Gödenrother Gärten sind einige schöne Seminare/Webinare und Veranstaltungen geplant.
Hier gibt es weitere Infos. 

Die Heilpflanzenfortbildung 2021 Basis wird voraussichtlich Ende Juni in Kail in der Eifel stattfinden.

Neugierig geworden?
Schöööön. Es gibt noch mehr zu entdecken.
Viel Spaß beim Stöbern.

Maria Salomé Hoffmann

*Falls Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Regelungen nicht statt finden können, werden sie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder erstattet. Die Veranstaltungen finden mit den gebotenen Maßnahmen die Covid-19 mit sich bringt, satt.

Und hier geht es weiter mit dem
Wildpflanzenblog

Heute für euch im Portrait eine Pflanze mit Bärenkräften

Der Bärlauch                          

Allium Ursinum

Lauchgewächse/Alliaceae

 

Inhaltsstoffe
Lauchöle, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructose, Schwefel, Chlorophyll und reichlich Vitamin C

Alles was über den Knoblauch gesagt wird, stimmt auch für den Bärlauch. Durch die Kultivierung des Knoblauches hat er einen Teil seiner ursprünglichen Kraft eingebüßt. Der Bärlauch ist im Geschmack etwas milder und sanfter zu unserem Verdauungssystem. In erster Linie wirkt er auch dort.

Der Hirsch, der Bär und der Wolf begleiteten unsere Vorfahren, und ihre natürliche Kraft beeindruckte sie. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie kraftvollen Pflanzen ihre Namen gaben: Bärenklau, Hirschzungenfarn, Wolfstrapp.

Der Bärlauch hat seinen Namen von den starken und ausdauernden Bären. Nach dem Winterschlaf schleppen sich die Bären nach draußen und tun sich gütlich an diesem ersten Grün im Jahre. Er putzt ihre Gedärme durch und schmeißt den Ofen wieder an. Auch wir verwenden ihn als Frühjahrskur zum Reinigen und Entgiften. Er treibt den Winter aus unseren Gliedern und Köpfen und gibt mit seinem extra Schuss an Vitamin C neuen Schwung.

Kräuterpfarrer Künzle sagt hierzu

„Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Darm und Blut wie der Bärlauch. Ewig kränkelnde Menschen, mit Flechten und Ausschlägen versehen, die Skrophulöse und die Bleichsüchtigen sollten Bärlauch verehren wie Gold. Die jungen Leute würden aufblühen wie ein Rosenspalier.“

Anwendung und Wirkung

Eine Bärlauchkur sollte 4-6 Wochen dauern. Täglich 1-3 Handvoll kleingehackter Blätter frisch essen oder vom Frischsaft einen Teelöffel.

Nach der Samenreife zieht sich der Bärlauch wieder zurück.

Er verliert außerdem einen Großteil seiner Wirkung beim Trocknen.

Deswegen ist es ratsam, sich eine Tinktur herzustellen, um ihn das ganze Jahr zur Verfügung zu haben.

Tinktur
40 % Alkohol 2 – 3 Wochen ziehen lassen (Basisrezept)

Dosierung
3 mal 5 -10 Tropfen vor dem Essen

Unterricht im Bärlauchwald

Unterricht im Bärlauchwald

Unterstützt die Heilung bei

Magendarmstörungen, Appetitlosigkeit und Schwächezustände

Des weiteren bei Arteriosklerosen und Bluthochdruck

Bei Flechten, Akne und Hautausschlägen weil blutreinigend

Gute Wirkung auf die Darmflora und regt die Verdauung an

 

Durch seinen hohen Schwefelgehalt kann er unserem Körper helfen, Umweltschadstoffe abzubauen. Die Wirkstoffe binden die Moleküle.

In der Küche

Der Bärlauch ist ein hervorragendes Würzkraut. Hier findet er ähnliche Anwendung wie der Knoblauch. Neben den Blättern können auch Knospen, Blüten, Samen und Wurzeln gegessen werden. Die Blüten eigenen sich wunderbar als essbare Dekoration.

Da Bärlauch viel Chlorophyll hat, sollte er am besten frisch verwendet werden.

Er kann bedingt durch Einfrieren schonend haltbar gemacht werden. Am bekanntesten ist jedoch das klassische Bärlauchpesto.

Bärlauchpesto mit Walnusskernen
3 Handvoll Blätter werden mit 4 Esslöffeln gutem Olivenöl, grob zerkleinerten Walnusskernen (nach Geschmack) und drei Messerspitzen Salz im Stand- oder mit dem Stabmixer gemixt.
Danach in sterile Gläser füllen und darauf achten, dass die letzte Schicht unter dem Deckel mit Olivenöl bedeckt ist. Dies macht das Ganze haltbarer.

Bärlauchkapern
Die jungen noch geschlossenen Blütenknospen (nur aus großen Beständen) werden bis unter den Rand in ein Schraubglas gefüllt und mit gutem Essig aufgefüllt. Noch salzen nach Geschmack und gut verschlossen, kühl und dunkel aufbewahren. Das gleiche Rezept geht auch statt Essig mit Öl oder Salz.

©Copyright:  www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann

Die Kräuter-Walz

Die Kräuter-Walz
Teil 1

Einige von euch wissen es ja schon: Nächstes Jahr werde ich mich für ein paar Monate “gehen” lassen. Die Kräuter-Walz steht vor der Tür. Die Idee reift schon lange heran. Wandern, Menschen besuchen/finden welche Wildpflanzenprojekte und ihre Erfahrungen mit mir teilen wollen.

Erst mal Resetten:
Für die erste Zeit will ich ganz abtauchen in die Natur. Mich von ihr umschließen lassen mit allen Höhen und Tiefen die da auf mich zukommen wollen. Aber danach würde ich mich über Gesellschaft freuen. Dann besuche ich entlang des Weges die Dörfer und lass mich hinziehen und hoffentlich auch hineinziehen in die Gärten in denen es blüht und duftet. Werde anklopfen an die Türen der Häuser die zu diesen Gärten gehören und hoffentlich Menschen finden die mich im Tausch gegen Pflanzenwissen und Gartengestaltung in ihren Gärten beherbergen. Nach Erfahrungs-Austausch, sammeln Rezepte und Geschichten rund um Pflanzen steht mir der sinn. Dabei mag ich möglichst autark unterwegs sein.

Diesen Austausch, Begegnungen, Rezepte und Abenteuer möchte ich anschließend mit euch teilen.

Ausrüstung:
Gestern (19. Oktober 2020) ist mein transportables, 483 g leichtes Zuhause mit der Post gekommen;) Das Tarp: https://haengemattenshop.com/bushmen-ultralight-tarp-3-x-3-green.html
Plötzlich beschäftige ich mich wieder (gefühlt seit 15 Jahren nicht mehr) mit den neusten Outdoor Produkten.
Es hat mich nie gestört das meine Wald und Wiesen Ausrüstung aus dem letzten Jahrtausend stammt. Im Gegenteil ich bin stolz darauf. Da sind schon ein paar Schmuckstücke dabei. Die Murrika Bratpfanne aus Gusseisen zum Beispiel  Anno Tobak. Wunderbar finde ich auch das Thema Upcycling und dementsprechend schwer und unbeweglich ist das Ganze. Nun aber, da ich für länger und in stetiger Bewegung, möglichst zu 99% autark unterwegs sein will, ist manches einfach zu klobig. Auch die riesigen Trekkingrucksäcke die ich auf Reisen immer dem Rollkoffer vorgezogen habe (ganz zum Leid der anderen Zuggäste) wiegen alleine schon über ein Kilo.

Ultraleicht ist angesagt und das ist leichter gesagt als getan;) Das Angebot ist riesig und selbst mit meinen Vorkenntnissen nicht so leicht zu filtern.

Wie gut das ich tolle Wildnis-KollegInnen habe, die mir mit Rat zur Seite stehen. Allen voran Daniel Bruns von Weltenwandler der alleine oder und mit seiner Frau Helen schon die schönsten und gefährlichsten Wanderwege der Welt gelaufen ist. Die Frage ob Zelt oder Tarp hatte sich schnell erledigt. Da ich im Sommer (warm) unterwegs bin und möglichst viel Aussicht und drumherum Sicht in meinem grünen Schlafzimmer haben möchte, kam ein Zelt nicht in Frage. Nun werde ich mich nach und nach noch mit Schlafsack, Rucksack, Isomatte, Trinksystemen, Kocher und Klamotten beschäftigen. Sie sollen dann auch für lange und ewig halten! Ich mag nicht so gerne Neues shoppen. Falls ihr Tipps und Erfahrung mit UltraLeicht- Ausrüstung habt? Immer gerne her damit. Sobald ich alles beisammen habe werde ich meine Ausrüstung gerne mit euch teilen. Und auch hoffentlich bald die Erfahrungen damit.

Die Kräuter-Walz Teil 2 folgt demnächst:)
Wohin? Wie lange? Welches Ziel? Das sind die Drei W- Fragen welche mir von Freunden und Familie gestellt werden und um die ich mich im nächsten Beitrag kümmern mag.

Vortrag vom Leben in den Wäldern

 

Die Wildnispädagogin Maria Salomé Hoffmann sammelt frische Kräuter und kocht sich eine wilde Suppe im Baybachtal, wo sie auch gerne  übernachtet.

Mit dem Wunsch nach einem einfachen, natürlichen Leben zog ich 2006 “Hinaus” und verbrachte 1 Jahr und ein paar Monate meiner wildnispädagogischen Ausbildung in den Wäldern Österreichs.
In diesem intensiven Naturmentoring-Programm lebte ich in einer selbstgebauten Hütte und führte ein einfaches Leben, inmitten wunderschöner Natur.

Ich möchte Euch von dieser Draußen-Zeit  berichten. Von den Menschen, Tieren und Pflanzen die mit mir dort gelebt haben. Von unseren gemeinsamen Abenteuern und Alltäglichkeiten ohne Steckdose und Wasserhahn. Von den Regeln unserer Mentoren, von den Verlockungen der nahen Stadt und der Wildnis der Berge. Von warmen Sommernächten und eisigen Wintertagen. Von Umwegen und Erfolgen. Vom Aufgeben und weiter machen – kurz vom (Über)-Leben.

Eine Auswahl der wichtigsten Gegenstände und Übungen werden für Euch diese wilde Zeit sinn-haft erlebbar machen.  Zum Abschluss des Vortrags freue ich mich auf Eure Fragen.


13. September 2020 im Kulturverein Chapitol – 56290 Sevenich
Wann: 17:00 -ca. 19:00 Uhr
Preis: 9 Euro 70% der Einnahmen gehen an die Stiftung Target von Rüdiger Nehberg

Termin 2021: 
Wann: 02. April um 18:30 – ca. 20:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro (30% der Einnahmen gehen an Burg Waldeck e.V.)
Anmeldungen über  vera@burg-waldeck.de

Ein Feuer wird entfacht (Drillbogen)

 

Heute für euch im Portrait “Wermut gleich mehr Mut”

Wermut  Artemisia absinthium
Korbblütler / Asteraceae

Wermut  immer wie mit Mondlicht übergossen. Ich kann ihn in stockfinsterer Nacht, ohne zusätzliches Licht, im Kräuterbeet finden. Kein Wunder haben ihn doch auch schon die Menschen in der Antike zu den sogenannten Mond-Kräutern gezählt. Im Kräutergarten wächst er auch in unseren Breiten am wahrscheinlichsten. In der freien Wildbahn begegnen wir ihm selten. Hier und da mal in einem Weinberg oder in einem verwilderten Garten. Wermut ist aus meiner Erfahrung eine Pflanze die Hilft die körperliche so wichtige Tätigkeit der Verdauung zu unterstützen aber genauso kann er helfen all das zu verdauen was uns seelisch schwer im Magen liegt. Hildegard sagt er macht die Augen klar und meint damit den grauen Star. Ich habe auch schon erlebt das er die Sicht auf die eigene kleine Welt klärt, das Herz stärkt und den nötigen Mut schenkt Situationen zu erkennen und zu verlassen die uns nicht mehr gut tun. Der Wermut schenkt mehr Mut!

 

Inhaltsstoffe
Bitterstoffe (Absinthin), Gerbstoffe, ätherisches Öl (Thujon, Thujol, Phellandren), Bernsteinsäure, Mangan, Kalisalze, und Artemesin

Eigenschaften
harntreibend, fiebersenkend, schweißtreibend, keimtötend, menstruationsfördernd, magenstärkend, gallewirksam, leberanregend, blutstillend und wurmwidrig

Wermut unterstützt die Heilung bei
Magen-Darmproblemen und Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme wie zum Beispiel Durchfälle, Völlegefühl, Sodbrennen und Verdauungsschwäche, Mundgeruch, Wurmbefall, Hautproblemen, Gelenkerkrankungen wie Rheuma, Ekzeme, Unruhe, Infektanfälligkeit (allgemeine Schwäche), Kreislaufstörungen, Unruhe und Melancholie

Galenikas
Tee, Tinktur, Pulver, Wermutwein, Räucherung und Frischsaft

Toxikologie
Nicht während der Schwangerschaft  anwenden. Vergiftungserscheinungen können bei starker Überdosierung auftreten und sind auf die toxische Wirkung des Thujons zurück zu führen. Deshalb wirkt er auch wurmwidrig, wobei die richtige Dosierung hier nicht eindeutig ist.

Im Vergleich: links Beifuß und rechts Wermut


Mythologie
Wermut und Beifuß wurden in der griechischen Mythologie als heilige Kräuter der Artemis geweiht. Artemis ist die Göttin der Jagd, der Frauen und des Mondes. Die magischen Kräuter der Artemis wurden traditionell bei Mondschein gepflückt und getrocknet. Sie wurden meist geräuchert um Krankheiten zu vertreiben und um in die Zukunft zu schauen.

Wissenswertes
Bis zum Ende des 19. Jhdts. war Wermut in manchen gesellschaftlichen Kreisen, bei Soldaten und Künstlern sehr beliebt. Das im Wermut enthaltene ätherische Öl Thujon wirkt zentral-erregend und erhöht die geistige Aktivität und Kreativität. Wegen Alkohol-Missbrauch und vermehrter Abhängigkeit wurde der starke, alkoholische Trank, mit dem Namen Absinth, für lange Zeit verboten.

Der Wermut ist wegen seiner Heilkräfte seit Jahrtausenden eine geschätzte Heilpflanze.
Im Mittelalter wurde der Einsatz als Heilpflanze unter anderem von Hildegard von Bingen ausführlich beschrieben. Aus ihrer Überlieferung stammt auch folgendes Rezept.

Wermutwein oder Maitrunk
Mit Hildegards Worten – Wenn der Wermut frisch ist, dann drücke der Mensch den Saft aus und er koche mäßig Wein mit Honig, und gieße jenen Saft in den Wein, dass der Saft an Geschmack Wein und Honig übertrifft. Dies trinke der Mensch nüchtern und kalt an jedem dritten Tag, von Mai bis Oktober. Der Nierenschmerz und die Melancholie werden vergehen und es macht die Augen klar, stärkt das Herz und lässt nicht zu das die Lunge erkrankt. Es wärmt den Magen, reinigt die Eingeweide und bereitet eine gute Verdauung.

Zutaten
1 L Weißwein
40 ml Wermutsaft
150 g Honig

Den Wermut Anfang Mai sammeln und durch eine Saftpresse pressen. Alternativ auch im Mörser zerkleinern und durch ein Tuch seihen. Den Wein erwärmen und den Honig darin auflösen. Einmal kurz aufkochen lassen. Den Wermutsaft nicht über 69 Grad erhitzen. Also etwas warten aber noch warm zusammenfügen und in sterilisierte, dunkle Flaschen füllen, ( alternativ können die Flaschen auch dunkel gelagert werden) am besten im Kühlschrank aufbewahren. Sollte sich nach zwei Tagen viel Absatz bilden, dann einmal gut Filtern. Von dem Maitrunk jeden dritten Tag 25 ml auf nüchternen Magen trinken. Menschen mit empfindlichen Magen trinken ihn kurz vor dem Mittagessen.

Für eine Kur von Mai bis Oktober, werden drei Liter Wermutwein benötigt.


©Copyright:  www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann