-Willkommen in der Wildpflanzenschule- Fortbildungen und Seminare in Heilpflanzenkunde und Wildniswissen

Liebe Wildpflanzenfreunde,

hier findet ihr auf einen Blick alle aktuellen und anstehenden
Veranstaltungen der Wildpflanzenschule.

Am 29. September um 17:00 Uhr findet die letzte kleine KräuterWanderung für diese Saison in Lingerhahn statt. Seid dabei wenn wir uns durch die Landschaft schmecken;)

Unser Wildnisbasiskurs “Into the Wald” findet dieses Jahr vom 26. – 28. August im Ehrenhain der Burg Waldeck statt. Hier sind noch Plätze frei.

Und vom 08.-11. September treffen sich die Aufbauwilligen der Heilpflanzenfortbildung im 2 Jahr.

Auch in den Gödenrother Gärten gibt es Seminare, Fortbildungen und Workshops zu entdecken. An jedem ersten Mittwoch im Monat gibt es abends gleich zwei Gelegenheiten regelmäßig Pflanzen-Wissen aufzusaugen.

Um 16:00 Uhr destillieren wir die Kräuter aus unserem Garten in einer klassischen Kupfer-Destille und um 17:00 Uhr gibt es eine Garten-Führung. Hier stehen die jeweiligen aktuellen Pflanzen des Monats im Vordergrund. Ausstehende Seminare:
Hildegard Medizin und Naturkosmetik Herbst

Das Programm und die Termine der Wildpflanzenschule für das Jahr 2023
sind schon fast fertig. So auch die Natur-und Wildnispädagogikfortbildung.
Die Fortbildung wird in 4. Modulen auf der Burg Waldeck statt finden. 

Im Wildpflanzenschulen Newsletter werde ich euch auf dem Laufenden halten und durch das Programm im Jahresverlauf leiten.

Noch nicht dabei? Hier geht´s zur Anmeldung: Newsletter

Neugierig geworden?
Schöööön. Es gibt noch mehr zu entdecken.
Nehmt euch einen Tee, macht es euch gemütlich und los geht’s.

Viel Spaß beim Stöbern.

Maria Salomé Hoffmann

Und hier geht es weiter mit dem
Wildpflanzenblog

SWR Expetition in die Heimat – Abenteuerliche Kräuterwanderung im Hunsrück

 

Der Film ist raus;)

Ich bin immer wieder erstaunt wie so ein Klipp entsteht und was für eine Arbeit dahinter steckt. Ein riesen Dank geht an das SWR Team und ganz besonders an Sara Endepols!

Hier geht`s zum Film 

Wir hoffen ihr habt soviel Freude beim schauen wie wir beim Dreh hatten. Bin so gespannt was ihr dazu sagt.

Da es schon Anfragen bzgl. der Giftigkeit von Beinwell gab und auch das Thema Feuer machen im Wald, verständlicherweise für Aufregung sorgte will ich mich vorweg dazu äußern.

Es war dem Filmteam nicht möglich solche detailreichen Infos in diesem Format unterzubringen ohne an Leichtigkeit einbüßen zu müssen.

Seit die Kommission E im Beinwell Pyrrolizidinalkaloide gefunden hat, wird er nicht mehr innerlich zur therapeutischen Einnahme angezeigt. Jedoch macht hier wie bei Allem die Menge das Gift und es werden durch das Essen von ein paar Blättern im Jahr keine toxisch, relevanten Mengen an reinem Pyrrolizidinalkaloid erreicht. So habe ich es in meinen Heilpflanzen-Ausbildungen unter anderem von Susanne Fischer-Rizzi gelernt. Ihr Kochbuch- Wilde Küche möchte ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen.

Das Feuer haben wir auf dem privaten Gelände der Burg Waldeck (im Ehrenhein) unter Absprache mit dem zuständigen Förster und nach einem Regentag Ende Juni gedreht. Uns ist es sehr wichtig das mit dem Thema Feuer, bei erhöhter Waldbrandgefahr (wie es aktuell der Fall ist) sorgsam umgegangen wird! In unseren Ausbildungen und Seminaren wird darauf intensiv geschult.

 

 

 

Zwei ” Kommunikations-Fehler ” haben sich eingeschlichen, die ich hier korrigieren mag.

1. Auf meiner KräuterWalz 2021 habe ich mich nicht ausschließlich von Wildpflanzen ernährt. Dafür war ich viel zu häufig bei wunderbaren Menschen zum Essen eingeladen;)

Ich habe auf meinen Wanderungen jedoch viel Wildpflanzen gesnackt und weitere für mich wertvolle Erfahrungen sammeln können.

2. Zum entfachen des Feuers mit Schlageisen und Feuerstein habe ich neben der Birkenrinde auch Black-Jack (verkohlten Baumwollstoff) genutzt um den Funken aufzufangen.

Thats it;)

Eure Maria Salomé Hoffmann und Team

Das wunderschöne Baybachtal

 

 

Wilde Kapern

So einfach so schnell so lecker Kapern aus Löwenzahnknospen und Co.

Selbst gesammelt, selbst gemacht:

  • 130 g geschlossene Löwenzahnknospen
  • eine feine Priese Zucker oder etwas Honig
  • 300 ml Wasser
  • 2 EL Salz
  • 40 ml Essig
  • Gewürze wie Zimtstangen, Pfefferkörner, Angelika- und oder Fenchelsamen, Lorbeerblätter, Wachholderbeeren, Senfkörner oder Thymian- Rosmarin- und oder Estragonzweige (je nach Vorliebe würzen)

Die Löwenzahnknospen auf einer Wiese eures Vertrauens sammeln. In ein Glas oder eine Dose mit Deckel  geben und mit den 2 EL Salz bestreuen.
Gelegentlich schütteln und ein paar Stunden oder über Nacht ziehen lassen. In einem Topf Wasser und Essig aufkochen lassen. In kleine sterile Gläser die Gewürze nach Belieben verteilen.

In das köchelnde Essigwasser den Zucker und die Löwenzahnknospen (samt Salz und Sud) hinzugeben. Nach nur kurzem aufwallen die Blütenköpfchen durch ein Sieb abseihen und das Essigwasser auffangen. Die Knospen in die Gläser verteilen, mit dem heißem Essigwassergemisch auffüllen und verschließen.

Zum Abkühlen auf den Kopf stellen. Nach 2-3 Wochen können die ersten genossen werden. Hält sich ca. 1 Jahr lang.

Nur bei mir nie, sind vorher schon immer  alle weg;)

Denkt daran, dass die Kapern mit Salz und Essig konserviert werden. Sie schmecken dementsprechend pur genascht, stark würzig. Und so werden sie in den Gerichten auch verwendet, zum würzen. Man kann die so konservierten Knospen vor dem Genuss auch einfach einmal mit Wasser abspülen, dann sind sie milder.

Geht auch wunderbar mit Gänseblümchenknospen, geschlossenen Blütenköpfchen des Bärlauch, Spitzwegerichblüten  und Kapuzinerkresse. Bei der Kapuzinerkresse nehme ich gerne Blütenknospen und die grünen Samenkapseln.

                                                                             Viel Freude beim ausprobieren

                                                                 ©Copyright:  www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann

 

Aufgeräumt und Aufgeweckt- ein kraftvoller Start ins junge Jahr

Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln nicht nur den Boden wieder wach, sondern auch uns.
Jedoch wird die Freude am frischen Grün und der wohligen Wärme oft überschattet. Und zwar von einem unsagbar, starken Verlangen den wohlverdienten (aber verpassten) Winterschlaf im Frühjahr einfach nachzuholen;) Egal was ich tue und mit wem, ständig muss ich Gähnen. Jede Couch und Bank seien sie auch noch so unbequem, erscheinen mir wie das Eldorado der Schlafmöglichkeiten. Nur fünf Minuten mal die Augen zu machen….Kommt euch das bekannt vor?
Schluss damit! Hilfe kommt von einer der großartigsten und vielfältigsten Wildpflanzen welche der Planet Erde zu bieten hat. Ihr ahnt es vielleicht schon;)
Die Brennessel                      

Diese brennenden Nesseln gibt es bei uns:

Urtica Dioica- Die große Brennessel
Urtica Urens- Die kleine Brennessel

Familie der Brennesselgewächse / Urticaceae

Inhaltsstoffe

Chlorophyll, Flavonoide, Carotinoide, Vitamine, Mineralsalze, Pflanzensäure, Eisen, Eiweiß, Enzyme, Hormone, Kieselsäure, Phosphor etc.
In den Brennhaaren: Amine ( Histamine),
In den Wurzeln: Sterole und Gerbstoffe,
In den Samen: Chlorophyll, Proteine, Schleime, Fettes Öl und Carotinoide

Jetzt wird’s richtig spannend 
Anwendung

Zur Anregung des gesamten Stoffwechsels. Harntreibend, blutreinigend und -bildend,
Prostatabeschwerden, Hautausschläge, unreine Haut, allgemeine Schwächezustände,
Entgiftung und Entschlackung
Haare und Haut ( juckende Kopfhaut, Akne)
Potenzsteigernd ( Samen)

Und hier die Wunderwaffe: 
Frühjahrskur mit frischem Brennesselsaft

Diese Frühjahrskur unterstützt Blase und Nieren, fördert die Tätigkeit des Magens und Darms und regt die Bauchspeicheldrüse an. Durch den hohen Gehalt an pflanzengebundenem Eisen ist die Kur ideal für Menschen mit Eisenmangel. Und das beste Mittel gegen Frühjahresmüdigkeit. Sie hat außerdem viel Chlorophyll, deswegen wird die Kur mit dem frischen Saft der Brennsessel durchgeführt. Im Frischsaft steckt die ganze Kraft der Vitalstoffe der Pflanze. *Wegen des Histamingehaltes sollten Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen eine andere Pflanze für die Frühjahrskur verwenden. Gerade aber bei Allergikern wirkt die Brennessel desensibilisierend.

Mit ihrer Unterstützung können wir den langen Winter aus unseren müden Gliedern verjagen und leere Mineralstoff Speicher und Vitamin-Lücken wieder füllen. 
Dosierung: 

Die Kur beginnt mit einer Gabe von 1 Teelöffel frischem Saft, wobei jeden Tag um 1 Teelöffel gesteigert wird. Bis man bei 15 Teelöffel angekommen ist. Um die Kur zu verlängern bzw. zu verstärken, kann jetzt von 15 wieder auf 1 Teelöffel am Tag runter dosiert werden.

Der Saft sollte mit Wasser, Buttermilch oder Apfelsaft 1:5 verdünnt werden. Ich presse gerne einen Apfel mit aus, dass schmeckt köstlich. Bitte nicht aufbewahren oder auf Vorrat pressen, sondern frisch genießen.

Den richtigen Zeitpunkt für die Kur mit frischem Brennesselsaft erwischen: 

Auf die jungen Brennesseln habe ich es abgesehen. Nur die frühlingsfrischen Nesseln haben die gewünschten Inhaltsstoffe. Später im Jahr nutzen wir sie für andere richtig, gute Rezepturen (z.B. Brennesselchips;), DüngerJauchen für den Garten u.s.w.). Ich beginne meist zwei Wochen vor Ostern. Ostern ist immer am ersten Vollmond im April (bzw. der erste Frühlingsvollmond). Dann sind die Brennesseln zumeist schon etwas größer und das Körbchen lässt sich schneller füllen. Schön ist, dass wir fleißigen SammlerInnen während der Kur förmlich zuschauen können wie sie jeden Tag wachsen. Das ist auch gut so, brauchen wir doch eine größere Menge für eine Monatskur. Also wir beginnen an Neumond (zwei Wochen vor Ostern), dieses Jahr am ersten April (kein Scherz;) und enden zwei Wochen nach dem Ostervollmond wieder mit einem Neumond (30. April 2022). Am Vollmond haben wir dann die maximale Dosis 15. Teelöffel pro Tag erreicht. Diese Menge verdünnt wie oben beschrieben ersetzt ein Frühstück. An Vollmond nimmt der Körper die Inhaltsstoffe auch besser auf (so wird gesagt). Zu Neumond hin schleichen wir wieder aus. Heißt wir reduzieren jeden Tag um einen Teelöffel Brennesselsaft. Viola fertig ist die Kur. Und es tut so gut. Ja ich weiß jetzt gibt es einige unbeantwortete Fragen. Im nächsten Abschnitt versuche ich sie so gut es geht zu beantworten.

Um den Saft aus der Brennessel zu gewinnen gibt es verschiedene Möglichkeiten: 
Die Batterien wieder aufladen

Möglichkeit Nr. 1: die Brennesseln in einem Mörser oder leistungsstarken Mixer mit etwas Wasser zu Muss zerkleinern und durch ein Tuch drücken. Nr. 2: Den Saft mit einer Handsaftpresse ähnlich einem Fleischwolf gewinnen. Vorteil, es bedarf keinen Strom. Ich habe die Z-Star (Handsaftpresse) und bin zufrieden. Nr. 3: Eine elektrische Saftpresse organisieren. Hier gibt es sehr viele verschiedene Modele am Markt. Am besten ist es sich von einer zufriedenen Freundin oder dem gesundheitsbewussten Nachbarn etwas empfehlen zu lassen. Nr. 4: Im Reformhaus oder Naturkostladen Brennesselmuttersaft kaufen. Wenn es gar nicht anders geht, ist dies immer noch besser als, naja eben nix.

Brennesseltee wäre auch eine Möglichkeit oder auch regelmäßig Smoothies mit einem hohen Anteil an Brennsesseln trinken.
Jedoch ist der frische Saft die beste Wahl. Er wird gut verdaut und kann, durch den geringe Anteile an Ballaststoffen/Zellulosen im ausgepressten Saft auch in größere Mengen getrunken werden.

An dieser Stelle eine Bitte! Die Dosis macht das etwas Gift ist. Dieser schlaue Spruch stammt nicht von mir, wie ihr wisst:), genauso wie diese uralte und bewährte Kur mit der brennenden Nessel. Ich leg sie euch ans Herz, rate aber zur unbedingten Einhaltung der Dosierungen!

Denkt daran das es sich hierbei um eine Empfehlung zur Nahrungsergänzung handelt, die keinen ärztlichen/therapeutischen Rat ersetzt. Natürlich sollte immer abgeklärt werden, (auf allen Ebenen) wenn Symptome jedweder Art länger anhalten.

Über die Brennessel und ihre starken Eigenschaften lässt sich ganze Bücher schreiben. Ich versuch mich hier auf die Frühjahreskur zu beschränken, unbedingt erwähnenswert sind aber auch noch die Samen. Ach und vielleicht noch ein Hinweis am Rande. Lasst euren Schmetterlingsraupen und den Vögeln noch ein paar Brennesseln übrig;)

Die Samen der Brennessel sind auf dem Vormarsch

Sie sind besonders gut zur Kräftigung und zum wieder Auffüllen der Nährstoffe nach langer Krankheit, intensivem Sport oder Schwangerschaft.

Für den Wintervorrat sammle und trockne ich die kleinen, grünen Samen im Herbst. Und nutze sie so oft es geht als willkommene Nahrungsergänzung in Suppen, Pfannengerichten, in Kräutersalz und Eierspeisen, Smoothies ….

Weitere Galenika
Tinktur aus den Wurzeln (Haare und Reizblase), Tee, Verreibung, Brennesseljauche (Garten)

©Copyright:  www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann

Plötzlich Gärtnerin

Beim Rosenpflanzen von Jaqueline Felix · Fotografie

Seit nun mehr 5 Jahren bin ich stolze Hüterin von insgesamt 5.000 qm Land. Als wir das alte Fachwerkhaus und die fast leere, große Wiese kauften, begann für mich eine Lehrzeit der besonderen Art. Bis dahin leidenschaftlicher WildpflanzenFan, entdeckte ich nach und nach unsere Kulturpflanzen dazu und wurde zur Gärtnerin. Im ersten Winter sah man mich bei Wind und Wetter graben.

Nun friedet ein lebendiger Zaun das Grundstück ein und die Obstbäume besser geschützt vor Hitze, Wind und Eis, wachsen der Sonne entgegen. An die 3.000 verschiedene Pflanzen habe ich im laufe der Jahre eingepflanzt ausgesät oder einfach willkommen geheißen, da sie Ihren weg selbst zu mir gefunden haben;). Kräuter, Gemüse aller Art aber natürlich auch unmengen, essbarer Wild- und seltener Heilpflanzen geben dem Gelände Herz und Struktur. Natürlich ist ein großer Garten eine unerschöpfliche Quelle an, na ich nenne es mal, Tätigkeiten;) aber ich kann mir fast nichts erfüllenderes vorstellen als zu sehen wie alles wächst, sich gegenseitig nährt und lebendig ist. Wie alles in Austausch und Beziehung miteinander steht und natürlich gibt es nichts Schöneres als das eigene Obst und Gemüse auf dem Teller.

Jaqueline Felix · Fotografie

Schon lange träume ich davon euch mit auf diese Reise zu nehmen. Mit der Expetition Selbstversorgung und dem Bodenkunde-Kurs mit Tobias (siehe Gödenrother Gärten) ist ein Anfang gemacht. Wen ich euch aber nicht länger vorenthalten will ist die liebe Marie von WurzelWerk.

Sie geleitet euch virtuell durch das Gartenjahr, beantwortet alle Fragen zu Gemüse und Co. und ist unfassbar lustig und liebevoll bei der Sache. Ich lege allen GartenAnfängern unter euch ihren Blog und die Bootcamps ans Herz.

Jaqueline Felix · Fotografie