-Willkommen in der Wildpflanzenschule- Fortbildungen und Seminare in Heilpflanzenkunde und Wildniswissen

Liebe Wildpflanzenfreunde,

schön euch hier begrüßen zu dürfen.

Hier findet ihr auf einen Blick alle aktuellen und anstehenden Veranstaltungen der Wildpflanzenschule. Einfach auf die grünen Links klicken.

Meine abenteuerliche Reise und die damit verbundenen Erkenntnisse, Geschichten und Rezepte, werde ich euch im laufe des Winters Stück für Stück erzählen (siehe Kräuterwalz im Wildpflanzen-Blog). Ich freue mich darauf euch ein lebendiges Bild dieser Zeit zu malen.

Im Wildpflanzenschulen Newsletter werde ich euch nicht nur mit Texten rund um die KräuterWalz versorgen, sondern euch auch durch das Programm im Jahresverlauf leiten. Noch nicht dabei? Hier geht´s zur Anmeldung: Newsletter

In den Gödenrother Gärten sind winterlich, wohltuende Seminare/Webinare und Veranstaltungen geplant.
Wir wollen euch in dieser besonderen Zeit Qualität Heilpflanzen und Anwendungen vorstellen mit denen ihr kräftige Verbündete gewinnt. Themen unter Anderem sind: Knospenmedizin-die Heilkraft der Bäume und  Naturkosmetik Weitere Infos. 

Am 28.11.2021 ab 11.00 Uhr feiern wir zusammen den 1. Advent
mit einem Weihnachtsmarkt in den Gödenrother Gärten.
Die Gödenrother Vereine laden herzlich ein zu Speisen, Getränken und mehr – in stimmungsvoller Umgebung.

Das WILDE DINNER wird dieses Jahr am 11. Dezember stattfinden. Auf euch wartet ein 4 Gänge Menü der besonderen Art. Ein wilder Genuss aus Feld, Wald und Wiese. AUSGEBUCHT-Warteliste 

Im Frühjahr 2022 starten dann wieder die Heilpflanzenfortbildungen, der Kräuterzirkel und die Kräuterwerkstatt in eine neue Runde. Neu dabei: Expedition Selbstversorgung.
Hier begleiten euch gleich mehrere Dozenten mit ihrem Wissen, rund um das Zeitgeist-Thema Selbstversorgung. Weitere Seminare und Veranstaltungen 2022 sind in Planung.

Gerne nehmen wir eure Anmeldungen und Fragen hier entgegen.

Neugierig geworden?
Schöööön. Es gibt noch mehr zu entdecken.
Nehmt euch einen Tee, macht es euch gemütlich und los geht’s.

Viel Spaß beim Stöbern.

Maria Salomé Hoffmann

*Falls Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Regelungen nicht statt finden können, werden sie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder erstattet. Die Veranstaltungen finden mit den gebotenen Hygienemaßnahmen satt. 

Und hier geht es weiter mit dem
Wildpflanzenblog

Gold des Waldes

Baumharz
Bäume produzieren Harze, um sich zu schützen. Sie benötigen sie bei Verletzungen zum Verschließen der Wunden. So können weder Nässe, Viren, Bakterien noch Pilze oder Schädlinge in die Wunde gelangen. Über Harzkanäle tritt das flüssige Harz an die Oberfläche. Baumharze bestehen hauptsächlich aus Harzsäuren und ätherischen Ölen. In unseren Wäldern finden sich Baumharz von z.B. Fichten, Tannen, Lärchen, Douglasie, und Kiefern.

Alle oben genannten Harze wirken:
desinfizierend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, hustenreizstillend, wärmend, auswurffördernd, Fremdkörper ausziehend, abschwellend, hautbildverfeinernd, entzündungshemmend und können wirkungsvoll gegen Bakterien, Keime, Vieren und Pilze eingesetzt werden.

Somit unterstützt die aus Harz gewonnene
Salbe die Heilung bei folgenden Beschwerden:

Atemwegserkrankungen, Schmerzen des Bewegungsapparates – Muskelkater und Muskelverspannungen, Rheumatische Beschwerden, Arthrose und Gicht, innere Unruhe, Pilzerkrankungen (außer Schleimhäute), Neuralgien, Wunden, großporige und unreine Haut, Furunkel, Splitter unter der Haut.

Harze richtig sammeln

Im Alpenraum wird das Pech, wie Baumharz dort genannt wird, -sammeln noch traditionell, aber auch kommerziell betrieben. Die Berufsbezeichnung heißt Pecher. Es gibt nicht mehr viele Pecher, die nach alter Tradition sammeln. In Niederösterreich werden die Schwarzföhren noch beerntet. Dafür wird die Rinde vorsichtig entfernt und der Stamm mit vielen Schnitten versehen.
So rabiat müssen und sollten wir für unsere “Pechsalbe” nicht vorgehen. Wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht, finden wir viele Bäume mit dem kostbaren Harz. Gerade jetzt, da unsere Fichten in großen Massen dem Klimawandel zum Opfer gefallen sind, können wir an sogenannten Kahlschlag-Rändern verletzte Fichten finden. Oft sind es große Wunden, die bei den Fällarbeiten von umstürzender Bäume den gesunden zugefügt wurde.

Ich sammle am liebsten die kleinen Perlen. Sie entstehen, wenn das Harz aus einer Wunde den Baumstamm herunterläuft. So kann der Baum nicht aus Versehen wieder verletzt werden.

Um klebrigen Fingern vorzubeugen, sammle ich das Gold des Waldes mit einem Löffel in ein Schraubglas. Da Harz einen hohen Anteil ätherischer Öle enthält, wird es ebenfalls im Schraubglas aufbewahrt, luftdicht verschlossen und kühl und dunkel gelagert. So steht es uns jederzeit zur Verfügung.

Harzsalbe                                                                

Zutaten:

40 g Harz
100 ml fettes Öl z.B.: Olivenöl auch eine Ringelblumen- Mazeration ist eine gute Wahl
13 g Bienenwachs
ätherisches Öl z.B. Zirbelkiefer, Weißtanne, Douglasie, Kampfer oder Lavendel

Materialien:

Topf
Rührlöffel
Strumpf oder kleines Säckchen aus Naturmaterial
Schnur (Kochfest)
Messbecher aus Glas
Salbentiegel
Etiketten

Zubereitung

  • Das Harz abwiegen.
  • Im Harz können sich Rindenstücke, Nadeln, Moos, Baumflechten, ja sogar Insekten befinden.
    Daher gebe ich es in einen kleinen Baumwollbeutel, Strumpf oder in einen Teefilter welche mit Schnurr zusammengebunden werden. So muss das Harz nicht vorher umständlich durch Verflüssigen und Absieben gereinigt werden. Sollten doch einige Rückstände in unsere Mazeration gelangen, kann natürlich noch einmal durch einen Filter gegossen werden.
  • Jetzt kann das Olivenöl abgemessen und gemeinsam mit dem Harz in den Topf gegeben werden.
  • Langsam unter ständigem Rühren erhitzen.
  • Sobald das Harz komplett geschmolzen ist, kann der Harzbeutel aus dem Öl entfernt werden. Ätherische Öle verdampfen mit Wärme. Deswegen ist es ratsam, nicht zu lange und zu heiß zu köcheln.
  • Das Bienenwachs hinzugeben und schmelzen. Rühren nicht vergessen.
  • Harz ist ein Naturprodukt und kann qualitativ ganz unterschiedlich ausfallen. Je flüssiger ein Harz ist, desto mehr ätherische Öle enthält es! Daher ist die sogenannte Marmeladenprobe* nach dem Zugeben von Bienenwachs wichtig.
  • Unter Rühren auf ca. 40 Grad abkühlen lassen und gegebenenfalls ätherische Öle oder und Tinkturen (z.B. Propolis Tinktur) hinzugeben.
  • Die Salbe noch flüssig in Salbentiegel füllen und etikettieren.

Nun ist die duftende, Harzsalbe fertig. Sie ist mindestens 12 Monate haltbar, durch den hohen Anteil an Harz, welches konservierende Eigenschaften hat, oftmals sogar länger.

*Marmeladenprobe
Es werden ein paar Tropfen der Salbe auf einen Teller oder Brett geträufelt.

Dann wird mit den Fingern getestet, welche Konsistenz die Tropfen haben. Ist die Salbe zu fest, kann noch etwas Öl hinzugefügt werden. Dasselbe gilt, wenn sie ein klebriges Gefühl auf der Haut hinterlässt. Ist sie jedoch zu flüssig oder weich, kann noch etwas Bienenwachs hinzu gegeben werden.

Gegenanzeigen
Harz kann empfindliche Haut reizen, daher immer vorher eine kleine Menge in die Armbeuge streichen und 20 Minuten warten. Stellt sich kein Juckreiz ein, wird die Salbe vertragen.

Tipp
Fett löst Harze. Klebrige Gegenstände müssen also nicht weggeschmissen, sondern lediglich mit Butter oder fettem Öl vor gereinigt und dann mit einem Küchentuch nachgerieben werden. Anschließend können Hände und Utensilien ganz normal gewaschen werden.

Allgemein Wissenswertes

Die stark toxische Eibe ist auch ein Nadelbaum (Konifere), produziert aber kein Harz. Auch Obstbäume wie Kirsche oder Zwetschge führen kein Harz. Was bei Laubbäumen unserer Breite harzähnlich austritt, wenn der Baum verletzt wird, ist der “Baumsaft” mit welchem er z.B. Nährstoffe transportiert. Einer der bekanntesten Baumsäfte ist wohl das Birkenwasser. Das Gummi welches entsteht, wenn Baumsaft an der Luft aushärtet, ist aber von anderer Qualität und wird in der Naturheilkunde dementsprechend anders eingesetzt.

Weiterer Anwendungsarten der Baumharze
Harz war Bestandteil von Farben, Klebern, Lacken und Schuhcreme. In manchen Ländern z.B. der Mongolei aber auch im antiken Rom werden und wurden mit Baumharzen Speisen gewürzt und haltbargemacht. Schon in der Steinzeit haben die Menschen mit Baumharzen Steinspitzen an Holzschäfte geklebt und Kochgeschirr abgedichtet. Auch die heilende Wirkung auf Wunden dürfte unseren steinzeitlichen Vorfahren bekannt gewesen sein. Bernstein ist auch ein Baumharz und wird als stimmungsaufhellender, pflegender und heilender Bestandteil in der heutigen Naturkosmetik verwendet. Auch zum Räuchern wurden alle Arten der Baumharze verwendet. Im Allgäuer Raum habe ich einmal das Herstellen der “Räucherküchle” erlernt. Hier wird weiches Harz mit Kräutern zu kleinen Küchle/Kugeln oder Kegeln geformt. Diese werden bei passenden Gelegenheiten (Jahreszeitfesten, in den Raunächten, bei Krankheiten und Missstimmungen) auf Kohlen verglimmt.

Viel Freude beim Ausprobieren wünscht 


Maria Salomé Hoffmann

Mit einem VitaminKick in den Winter – Schwedische Hagebuttensuppe

Zutaten:
750 g Hagebutten, frisch und noch fest
1/2 Zitrone, den Saft
250 ml Rotwein und wer mag Sahne
1-2 Nelken
1 Apfel
ca. 80 ml
Ahornsirup (abschmecken, je nach Fruchtsüße)
Prise
Zimt oder Zimtstange (nach Geschmack)
Prise
Salz

Zubereitung – Arbeitszeit ca. 30 Minuten
1. Die Hagebutten waschen und in einem leistungsstaken Mixer kurz aufbrechen. Alternativ jede Hagebutte mit einem Messer anschneiden.
2. In einem Topf mit kaltem Wasser bedeckt, mit Nelke, Zimtstange, Rotwein, Apfel und einer Prise Salz, aufsetzen und kochen, bis die Hagebutten weich sind.
3. Die Hagebutten in ein Sieb abgießen (oder die Flotte-Lotte nutzen), dabei das Kochwasser in einem zweiten Gefäß auffangen. Alternativ können sie auch erst im Mixer, mit dem Kochwasser, püriert werden. Dies erspart ein wenig arbeit;). Dann die Hagebutten durch das Sieb streichen, so dass nur noch das feine Fruchtmus übrig bleibt.
4. Das Fruchtmus mit etwas Kochwasser, Zitronensaft und Ahornsirup verdünnen und zur gewünschten Konsistenz einköcheln. Wer es mag, mit Sahne servieren.

Eine wunderbare, auf allen Ebenen nährende und stärkende Herbstsuppe. Wilde Rose regelmäßig genossen unterstützt das Immunsystem, ist Herzschmeichelnd, Darmreinigend und -stärkend, Gelenke pflegend und lässt die Haut strahlen.

Guten Appetit wünscht euch Maria Salomé Hoffmann

Die Kräuter-Walz Teil 2

Warum? Wie? Wie lange? Welches Ziel? Das sind die W- Fragen welche mir am häufigsten gestellt werden. Um die Antworten auf diese berechtigten Fragen möchte ich mich in diesem Beitrag kümmern.

Jetzt ist es bald soweit. Ich bin aufgeregt. Freudig aufgeregt und ich gebe es zu, manchmal auch skeptisch. Vor allem wenn ich meinen Rucksack, der mit Büchern beladen (Trainings-Gewicht), in der Ecke steht betrachte. Die Freude auf wenig Ballast im Alltag und 0% Termine überwiegt meine Sorge. Die Sorge das Wenige, auf das ich mein materielles Leben in den nächsten Monaten reduzieren darf, nicht tragen zu können. Was ist wenn der Rücken streikt? Die Füße nicht mehr wollen? Dann atme ich tief durch-erinnere mich an all die Abenteuer und Herausforderungen die ich bisher meistern durfte und dann steigt die Freude wieder auf. Mit ihr die Leichtigkeit. Ich habe absolutes Verständnis für meine Bedenken. Verständnis für mich und die widersprüchlichen Gefühle kurz vor dem Start. Ist es nicht immer so? Das Loskommen ist der schwierigste Schritt auf der ganzen Reise. Wie ein Sprung ins kalte Wasser. Und ist der getan, dann denkt man bei sich ” Ja geht doch! ”

Die Ausrüstung ist fast zusammen, es fehlt nur noch ein Aufladekabel für die Powerbank, die Wanderstöcke (welche ich auch zum Tarp aufstellen brauchen kann) und oh Schreck die Schuhe! Ausgerechnet bei den Schuhen kann ich mich nicht entscheiden. Aber ich bin optimistisch eine gute Lösung zu finden. Im letzten Winter haben sich meine HanWag Wanderschuhe verabschiedet. Daraufhin habe ich beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und etwas Neues auszuprobieren. Ich mag keine super, festen, steifen Wanderschuhe tragen im Hochsommer. Nur mit Sandalen? Leichte Turnschuhe oder gar Barfußwanderschuhe?

Ich werde euch am Ende der Tour berichten. Die Erfahrungen teilen, die ich mit dem Material machen durfte. Die Packliste stell ich euch dann, gerne zur Verfügung.

Warum?
Das Warum hat mehrere Gründe.
Ich liebte es schon als Kind zu sehen wie weit ich aus eigener Kraft komme. Das Gefühl der Unabhängigkeit und hinter jeder Ecke etwas Neus zu entdecken, reizt mich auch heute noch. Ich bin ein Kind der 80ziger und mit wenigen anderen Kindern, die letzten unserer Generation, die noch ohne Aufsicht, Handys etc. losziehen durften. Wir sind Kilometer weit gelaufen. Je älter wir wurden desto größer wurde unser Radius. Im geschützten Hunsrückraum habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Das hat mir den Mut gegeben mich später auch in anderen Ländern frei zu bewegen. Immer nahe dran an den Menschen die dort leben. Was uns zum nächsten Warum-Grund führt.

Humboldt hatte es schon vor Jahrhunderten so treffend gesagt: “Die gefährlichste Weltanschauung ist die, der Menschen, die, die Welt nie angeschaut haben”.

In diesem Satz habe ich viel Weisung auch für unsere moderne Situation gefunden. Wenn ich mich “nur” von Radio, Internet und Fernsehen über meine Welt informiere. Und in anderen Ländern abgeschottet, in einer für Touristen erschaffenen Ordnung bewege? Kann ich mir dann eine eigene Meinung bilden? Übernehme ich dann nicht einfach andere Meinungen? Gefährlich wird es dann, wenn alles “Fremde” grundsätzlich abgelehnt weil, gefürchtet wird.

Für mich zählt hierzu nicht nur die ferne Welt, sondern auch meine Heimat. Durch das langsame laufen und den Kontakt und Austausch zu pflanzenbegeisterten Menschen, erhoffe ich mir meine Heimat mit anderen Augen zu betrachten. Dem “Zufall” die Tür zu öffnen ist ein weiterer Warum-Grund. Ich hatte in den letzten 5 Jahren wenig Zeit für sowas wie Zufall;) Es war ist alles strickt getaktet. Auch dieses Uhrwerk mag ich mal anhalten, um es genau betrachten zu können. So viele schöne Projekte die ich/wir auf die Beine stellen, brauchen viel Aufmerksamkeit und das wertvollste Gut was wir zu geben haben, Zeit. Die mag ich mir mal nicht vollstopfen mit Terminen. Ich freue mich auf meine Schritte die den Tackt vorgeben. Die Sonne, die auf und unter geht. Die Sterne, die Nachts wandern. Darauf die Pflanzenwelt sich vom Sommer in den Herbst wandeln zu sehen. Auf mein eigenes Wandeln. Ich freue mich darauf nicht durch Termine und Uhren ständig daran erinnert zu werden das Zeit vergeht.
Das wird sicher gut.

Ein weiterer Warum-Grund sind meine Wildpflanzen-SchülerInnen. Ich werde ein paar von ihnen auf meinem Weg besuchen. Mir Zeit nehmen zu sehen wie es ihnen mit dem Pflanzenwissen ergangen ist und was sie davon für sich in Garten, Haus, Arbeit etc. umsetzten konnten. Auch mag ich sie nach ihren liebsten Pflanzenzubereitungen für meine KräuterWalz-Rezeptesammlung fragen. Aber nicht nur sie, sondern auch “wild Frimnde” wie hier im Hunsrück gesagt wird, mag ich interviewen. Zusammen mit ihnen will ich alte und neue Geschichten, Rezepte und Anwendungen bündeln. Und dieses Bündel dann anschließend, Allen die es wertvoll erachten, zur Verfügung stellen!

Ich bin gespannt wer mich “Umherziehende”, in diesen Zeiten für eine Nacht in die Gärten lässt und freue mich auf ihre Geschichten. Als Gegenleistung, wie es so Brauch ist auf der Walz, biete ich meinen Rat und auch meine Tat an. Alles im Namen der Pflanze versteht sich;) Allerhand Einladungen habe ich schon bekommen. Aber darüber mag ich euch in der letzten W-Frage berichten-Welches Ziel. Es gibt noch weitere Gründe warum es mich, auf diese Weise raus zieht. Vor allem die Sehnsucht nach Einfachheit. Nach loslösen aus unseren Systemen. Nach Begegnungen mit Zeit. Getragen von dem Wunsch selbst wieder Schülerin zu sein. Der Neugierde Neues zu lernen. Und schlicht wegen dem Laufen an sich! Wusstet ihr das unsere Vorfahren, pro Tag im Schnitt 13 Kilometer mehr gelaufen sind als wir? Deswegen geht es jetzt weiter mit dem:

Wie?
Am liebsten alles zu fuß. Wie Uli Hauser sagte als er mich wegen eines Artikels über das wilde Baybachtal besuchte: “Ich wollte mich einfach mal gehen lassen!”;) Super oder? Er ist von Hamburg bis Rom gelaufen. Hut ab!

Ich bin mit Schlafsack, Isomatte, Tarp und Künzi-Kocher recht unabhängig. Könnte sozusagen fast überall zuhause sein. Wichtig und das musste ich auch erst lernen. Ich mag mir keine Vorschriften machen: Nicht wie viele Kilometer ich am Tag laufen muss um dieses oder jenes Ziel zu erreichen. Alles mit den eigenen Füßen meistern zu müssen, wird mich, in unserer zugebauten, modernen Welt, hier und da auch unglücklich machen. Ich mag nämlich nicht tagelang an einer Schnellstraße oder gar Autobahn entlang laufen. Also werde ich diese Situationen versuchen zu meiden. Außerdem will ich lernen nett mit mir umzugehen! Ich bin oft viel zu streng. Hey das ist etwas, was zu lernen super sinnvoll ist! In 6 Wochen von hier nach Griechenland mit dem Fahrrad. Ja das war toll. Eine echte Leistung für mich und meinen Partner. Aber im nachhinein hätte ich mir schon gewünscht länger zu verweilen. Wir haben unterwegs insgesamt 3 Tage Pause eingelegt. Und das auch nur, weil es entweder so stark regnete oder windete oder Beides gleichzeitig. Super Gesund ist es auch nicht, sich aus dem Nichts auf Höchstleistungen zu puschen um urplötzlich damit aufzuhören. Alles Dinge die gelebt sein müssen um daraus schlau zu werden. Also wie nun? Locker, flockig mit einem Lied auf den Lippen und auch hier und dort mal, mit dem Daumen raus;)

Wie lange? 
Eine Frage die ich leider beantworten kann;) knapp 4 Monate habe ich mir Zeit genommen. An dieser Stelle, ein herzliches Dankeschön an alle Menschen die es mir gönnen und mich ziehen lassen! Ich hab großes Glück mit euch!

Welches Ziel?
Ihr erahnt es vielleicht schon? Das Ziel ist es kein Ziel zu haben. Der Plan keinen Plan zu haben. Aber natürlich habe ich Wünsche. Projekte und Menschen die ich besuchen will. Auch spannende Einladungen sind mir schon ins Haus geflattert. Deswegen liegt mein Weg wage fest. Das schöne ist aber, dass ich mir die Freiheit nehmen kann die Richtung jederzeit zu ändern. Ich beginne Zuhause. Momentan schwebt mir als guter Start, der Saar-Hunsrück-Steig vor. Dann ein paar liebe Menschen auf dem Weg nach Kirn/Idar Oberstein besuchen. Um dort der Nahe, auf dem Hildegard von Bingen Pilgerweg, nach (na ihr erratet es schon) Bingen zu folgen. Diesen Weges entlang gibt es ein paar Projekte die ich kennen lernen mag. Alles was danach kommt wird noch spannender. Denn dann laufe ich raus aus meinem Yard. Der Schwarzwald zieht mich und dann das Allgäu? Aber wie gesagt, das Ziel ist der Weg;)

Ab und an werde ich euch hier berichten und freue mich wenn es euch freut.

Maria Salomé Hoffmann

Feuer und Pfanne-Cheddar-Pizza mit Wildkräutersalat vom Lagerfeuer

Vor einem Monat begegnete ich Frank Brunswig Profikoch, seines Zeichens, auf ganz spezieller Gourmet-Mission, durch den Hunsrück. Er ist mit seiner Vesper unterwegs, besucht Menschen die Lebensmittel auf alte oder besondere Weise produzieren. Oder, wie in meinem Fall, finden:)

Für die wilden Kräuter auf seiner Cheddarpizza am Lagerfeuer gezaubert, besuchte er mich in Sevenich.

Die gemeinsame Zeit war voll mit spannendem Koch- und Wildpflanzen Austausch unnnnd lecker war´s auch noch! Aber macht euch selbst ein Bild, hier gehts zum SWR Film: