Second-Skin

Ein Second-Skin ist eine simple Möglichkeit zwei Komponenten (Wasserphase und Fettphase) ohne einen zusätzlichen Emulgator miteinander zu verbinden. So zu sagen die einfachste Creme der Welt;)

Das kurzfristige Verbinden geschieht durch Schütteln, weswegen wir sie auch Schüttelemulsion nennen können.

Fettphase
Fürs erste empfehle ich ein ökologisches Olivenöl oder auch Mandelöl. Olivenöl ist günstig,  kombiniert beste Pflege mit guter Verträglichkeit und ist überdies auch noch ein hautheilendes Öl. Mandelöl ist etwas teurer duftet grandios, pflegt lange und verbessert die Hautelastizität.
Weitere Öle und ihre Eigenschaften befinden sich weiter unten im Text.

Wasserphase
Die zweite Phase, die Wasserphase kann je nach Wahl ein Quellwasser oder ein guter Tee sein. Sehr schön eignet sich ein Hydrolat.
Auch hier darf sich ausprobiert werden.

Hydrolate sind Pflanzenwässer die entstehen während der Wasserdampfdestillation, der Gewinnung eines ätherischen Öls. Es gibt mittlerweile eine umfangreiche Auswahl am Markt. Für den Anfang eignen sich die Klassiker Lavendel, Neroli (Bitterorange), Minze und ganz edel Rose und Melisse.
Das Wissen (Aromatherapie) um die Hydrolate ist  sehr umfangreich. Wer sich mit der Herstellung von Galenika und Naturkosmetik beschäftigt kommt nicht an Ihnen vorbei. Sie wirken je nach Wahl desinfizierend, reinigend, beruhigend, kühlend, erwärmend, krampflösend etc. Die ätherischen Öle bringen neben dem Duft, bringen manche sogar Farbe (Schafgarbe blau) mit ins Spiel und sie verlängern die Haltbarkeit unserer Produkte! Zum Schluss des Textes befinden sich weiterführende Literatur-Tipps, welche ich wärmstens empfehlen kann, um sich ausführlicher mit diesem umfangreichen und spannenden Thema zu beschäftigen. Aber zurück zum Second-Skin.

Je nach gewählten Rohstoffen eignet sich ein Second-Skin: bei zu Unreinheiten oder Rötungen neigender Haut, Winter- und Altershaut, auch sonnenstrapazierte Haut freut sich. Und natürlich zur Körperpflege. Ganz wunderbar lässt sich auch damit abschminken.

30 ml Gasflaschen mit Sprühaufsatz haben eine gute Größe und sind ideal zum Auftragen geeignet.
Das Second-Skin hält sich etwa 1 Monat. Im Kühlschrank gelagert etwas länger und im Sommer ist das Sekond-Skin gekühlt aufgesprüht, eine wunderbare Erfrischung.

In hellen Flaschen ist es schön anzuschauen.
Vor allem wenn wir die Ölphase einfärben. Auch mit Sanddornfruchtfleischöl (orange), Alkanawurzel (rot)  und Chlorophyll (grün) lassen sich fette Öle färben. Du hast die Wahl.

Basis Rezept (30 ml Flasche) 

15 ml fettes Öl (oder ein Heilöl, warm oder kalt Mazeration aus Ringelblume, Eibisch, Vogelmiere, Lavendel, Rose, Schafgarbe etc.)mit max. 3 Tropfen ätherischem Öl gut verschütteln. Dann mit 15 ml Hydrolat auffüllen.

Vor jeder Anwendung gut schütteln und flott auftragen. Beim Schütteln entsteht eine mechanische Emulsion ganz ohne Emulgator aber nur für kurze Zeit. Dann trennen sich die zwei Phasen wieder und das Öl (leichter als Wasser) schwimmt oben auf. Wenn du dir ein Second-Skin herstellst hast du ein wunderbares, Haut heilendes und pflegendes Produkt ganz frisch, ohne bedenkliche Inhaltsstoffe, ganz nach dem individuellen Geschmack und der momentanen Befindlichkeit deiner Haut.

Viel Freude beim kreieren wünscht Maria Salomé Hoffmann
Nachfolgend Rezeptbeispiele die für ein eigenes Second-Skin inspirieren sollen.

Rosmarin-Orange

15 ml Rosmarin Heilöl auf Olivenölbasis
mit 3 Tropfen Orangen oder Zypressen ätherischem Öl gut verschütteln
15 ml Neroli Hydrolat hinzu geben
Wunderbar um die Stimmung zu heben. Pflegt uns strafft die Haut. 

Rotklee-Patschuli
15 ml Rotklee Heilöl auf Mandelölbasis
mit 3 Tropfen Patschuli ätherischem Öl gut verschütteln
15 ml Rosen Hydrolat hinzu geben
Eine schöne Pflege für ältere Haut

Ringelblume-Sanddorn
15 ml Ringelblumen Heilöl auf Olivenölbasis
mit 3 Tropfen Lavendel ätherischem Öl gut verschütteln
15 ml Lavendel Hydrolat hinzu geben
5 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
Beruhigt juckende und gereizte Haut. Wirkt ausgleichend und nährend.

Wachholder
15 ml Mandelöl
mit 3 Tropfen Wachholder ätherischem Öl gut verschütteln
15 ml Wachholder Hydrolat mit 1 Tropfen öllöslichem Chlorophyll verschütteln
Eine gute Unterstützung für das Lymphsystem und hilft bei Hautpilzen und Ekzemen.

Weiterführende Literatur, Seminare und Produktempfehlungen:

Susanne Fischer-Rizzi – zwei Bücher: Pflanzenwässer und Himmlische Düfte www.susanne-fischer-rizzi.de 
Eliane Zimmermann – Aromareisen und Literatur www.aromapraxis.de

Produkte
Evelyn Deutsch – www.aromapflege.de 
Naturkosmetikmanufaktur-Maienfelser www.maienfelser-naturkosmetik.de

©Copyright:  www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann

Chia-Gundermann-Schokopudding ♡

Der Gundermann oder auch die Gundelrebe genannt, ist ein wahrer Schatz.

Er kann bei hartnäckigen Wunden, Schnupfen und Magen-Darmbeschwerden die Heilung unterstützen und soll zudem auch noch Schwermetalle ausleiten können.

Ich nutze den Gundermann liebend gerne zum würzen. Er hat einige ätherische Öle und einen warmen, würzigen Geruch. Wenn ich ihn beschreiben müsste, erinnert er am ehesten an Minze mit gaaaanz leichtem Anflug von Petersilie. Und so kann er auch in der Küche verwendet werden. In Salatsaucen, Aufläufen, Suppen oder als Topping für Brote und Co.
Auch an süßen Speisen ist er ein absoluter Hinschmecker. Die würzige Rebe passt super zu Schoko. Ein Dreamteam so zu sagen. Bestrichen mit flüssiger Schokolade, wird der Gundermann auch
Wiesenaftereight genannt und ist mittlerweile
ein Klassiker in der Wilden Küche.
Heute mag ich eins meiner Favoritenrezepte für empfindliche Bäuche mit euch teilen.

Super bei Bauchstress und gut für die Seele.

Rezept:

Chia-Gundermann-Schokopudding ♡

200 ml Pflanzenmilch nach Wahl
3 EL Chiasamen
1Banane
1-2 EL Schokopulver naturbelassen

1 EL Ahornsirup oder andere Süße

Die Gundelrebe mit der Süße und der
Milch im Mixer oder mit dem Stabmixer zerkleinern. Danach die Chiasamen unterrühren, sodass alle Samen in der Milch versinken. Den Kakao einrühren.

Die Banane in Würfel schneiden und dazugeben. Nun gibt es zwei Varianten.

1. Alles etwa 3 Stunden ausquellen lassen und fertig.

2. Oder im Smoothiemixer fein mixen und in eine Schüssel füllen. Nun etwa 3 Stunden quellen lassen.

Der fertige Pudding hält etwa 1 Woche im Kühlschrank. Ich mache mir gerne einen Bauchwohl-Vorrat.

Das Mischungsverhältnis ist 1:6

Das ganze funktioniert für die heimische Variante auch mit Leinsamen und sogar mit Breitwegerichsamen;) Hier ist das Mischungsverhältnis Samen und Milch 1:8

Die Samen bzw die schleimige Konsistenz ist für gereizte Schleimhäute eine Wohltat. Der Gundermann hilft mit seinen Gerbstoffen das aufgebrachte Verdauungsystem zu beruhigen.
Schoko und Banane heben die Stimmung.
Für mich ein tolles Team. Probiert es aus und findet eure Variante für diesen leckeren Bauchschmeichler.

GREEN LASSI REZEPT 

Ich gebe es zu, ich bin eine Süße. Ich liebe Süßigkeiten aller Art. Vor allem aber wenn sie selbstgemacht sind und ich sie on top mit meinen grünen, wilden und zahmen Pflanzenfreunden kombinieren kann.

Ein Lassi ist ein nährendes Getränk, welches in Asien auf Joghurtbasis zu scharfem Essen, salzig aber auch süß als Nachtisch gereicht wird.

Fast jedes asiatische Land hat ein eigenes Lassi-Rezept. Es werden dem Joghurt-Wasser-Gemisch meist exotische Schönheiten wie Safran, Kardamom, Kreuzkümmel, Zimt, Rosenwasser, verschiedene Früchte und Nüsse wie Pistazien beigemischt.

Die in Deutschland industriell hergestellten Lassis unterscheiden sich geschmacklich von asiatischem Lassi, vor allem da die verwendete Milch von anderen Rinderrassen stammt. Weil an heilige Kuh Milch schwer dran zu kommen ist,  favorisiere ich für meinen Green-Lassi einen biologischen Joghurt mit hohem Fettgehalt. Buttermilch und veganer Joghurt sind natürlich auch einen Versuch wert.

Mein aktuelles lieblings
GREEN LASSI REZEPT:
Für ca. 500 ml
•250 ml Joghurt oder auch Buttermilch

•250 ml Orangensaft oder zwei saftige Orangen

Joghurt und Saft bzw. Obst im Kühlschrank aufbewahren.

So wird der Lassi zum sommerlichen Erfrischungsgetränk.

•drei Hände frischer Spinat
•zwei Hände Brennesseln
•eine Hand voll Giersch
•eine halbe Hand Gänseblümchen
•zwei superreife Bananen
•2 cm großes Stück Kurkuma
•2 gehäufte EL Kokosflocken
•2 gehäufte EL Leinsamen
•Saft einer halben Zitrone
•eine kleine Prise Salz

•zwei Prisen Zimt

Alle Zutaten in den Mixer geben, mit dem Joghurt und dem Saft aufgießen. Mixen, in Gläser füllen mit Blüten garnieren und noch frisch und kalt genießen.

Wegen der Leinsamen (Die eine Wohltat für Magen und Darm sind) dickt der Green Lassi nach. Wer ihn nicht löffeln mag, drinke ihn frisch;)

Wer es gerne noch kühler mag, mixt entweder Eiswürfel mit oder gibt sie vor dem aufgießen mit ins Glas.

Die Möglichkeiten für Varianten sind unendlich und es macht Freude immer mal wieder mit neuen Zutaten zu experimentieren. Einfach köstlich.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei ♡

Smaragdgrünes Bärlauchöl

Jedes Jahr im Frühling besuche ich mehrfach meinen geliebten Bärlauch Wald.
Das erste mal kurz bevor die kleinen Blättchen des duftenden Lauches sich gänzlich zeigen.
Zu diesem Zeitpunkt grabe ich ein paar wenige Pflänzchen samt Zwiebelwurzel aus.

Diese bringe ich dann an strategisch gute Standorte (private Gärten und Wälder) auf das sie den Hunsrück erobern werden, denn nun seien wir doch mal ehrlich, mehr Bärlauch braucht die Welt;)

An einem meiner liebsten Orte habe ich vor fast 20 Jahren drei Zwiebelchen Bärlauch eingepflanzt, heute ist in dem 35 qm großem Gebüsch am Rande des Grundstückes ein wunderschönes Bärlauchfeldchen entstanden und dieses Jahr habe ich entdeckt das er es sogar über die Straße geschafft hat. Wohl mit Hilfe der fleißigen Ameisen, welche die fettreichen Samen in ihren Bau schleppen wollten.

Bärlauch liebt leicht, feuchte Auwälder aber auch in unseren Mischwäldern und unter Garten Hecken fühlt er sich wohl. Bevor die Blätter der Bäume Schatten werfen können, hat der Bärlauch seinen, zwar einmaligen und kurzen aber umso fabelhafteren Auftritt.

Das zweite mal besuche ich ihn wenn die jungen Blätter schon etwas weiter sind. So jung hat er das beste Aroma für das edle Bärlauch Öl. Jetzt, noch bevor sich die Blütenknospen zeigen, haben die Blätter das ganze Potential dieser starken Heilpflanze gespeichert.

Diese werden sorgfältig und einzeln gesammelt.
Nie in bündeln ausreißen! Macht euch bitte vor dem Sammeln mit folgenden pflanzlichen Verwechslungsmöglichkeiten bekannt:
Maiglöckchen, Aronstab und Herbstzeitlose!

Für ein “normales Bärlauchöl”

wird das Sammelgut gewaschen, gut trocken getupft und anschließend ganz fein geschnitten. Dann ein helles Schraubglas, ganz aber locker mit dem Schnittgut befüllen. Jetzt mit dem Öl, bis fast unter den Deckel auffüllen.

An einem zimmerwarmen Ort 2-3 Wochen ausziehen lassen. Ab und an schütteln und anschließend in dunkle Flaschen abseihen. Dieses Öl ist kühl und dunkel gelagert bis zu 6 Monate haltbar.

 

 

Für das Smaragdgrüne Bärlauchöl

Benötigen wir einen Hochleistungsmixer/Smoothiemixer. Der ist wichtig aber zur Not geht es auch mit dem guten alten Stab-Mixer.

Auf 1000 ml gutes Olivenöl kommen 8 gute Handvoll Bärlauch Blätter und ein 1 TL Salz.
Alles im Mixer auf höchster Stufe 4-5 Minuten fein mixen. Diese Masse erwärmt sich stark (je nach Model 50-60 Grad) und sollte dann in einem kalten Wasserbad, unter ständigem Rühren schnell abgekühlt werden.

Jetzt können wir das Bärlauchölgemisch durch ein Mulltuch oder einen ähnlichen feinen Filter tropfen lassen. Wichtig! Nicht pressen, so bleibt das Öl klar und auch länger Haltbar

Aus dem Trester können grüne Nudeln, Dips oder auch Saucen gezaubert werden. Oder es wird einfach im Gemüseauflauf verarbeitet. Hauptsache nicht wegwerfen;)

Ein drittes und viertes mal besuche ich den Bärlauch für die Bütenknospen und Samenstände zu sammeln.

Hier halte ich mich immer etwas zurück um den Insekten nicht zuviel Nahrung zu stehlen.

Aus den Knospen wird ein feines weißes Pesto. Außerdem lege ich sie für wilde Kapern in Öl, Salz oder Essigsud ein. Aus den grünen Samenständen zaubere ich verschiedene Würzpasten, mahle sie zu Pulver und liebe falschen Kavier aus den kleinen Kügelchen zuzubereiten.

Soooo umfangreich ist diese tolle Wildpflanze zu verarbeiten und die Liebe wächst mit jeder Bärlauch Saison♡

Geht es euch auch so?

Für weitere Infos und Rezepte hier mein  Pflanzenportrait zum Bärlauch

Diese tolle Methode zur Herstellung von grünen Ölen, könnt ihr auch mit anderen Wild-und Gartenpflanzen testen.

Das erste Mal hab ich das Rezept bei Chefkoch gelesen aber die Ausführung von Viktoria VildVuchs hat mich überzeugt;)

☆ Gute Laune Frühlinssalz ☆

Momentan hat mich das Kräutersalzen voll und ganz in seinen Bann gezogen.
Hiermit mag ich euch mitnehmen auf diese wilde und kreative Reise.
Was gibt es Schöneres als die Vielfalt der frischen Farben, Aromen und Düfte des Frühlings zu einzufangen?

Das Löwenzahn-Kurkumasalz ist Sonne pur? Und noch dazu so einfach.
Es geht nicht anders, dieses Salz macht happy.
Schon beim Sammeln und Mörsern, steigt die Laune.

Alles was es braucht:

ein Mörser oder Blender
4 gestrichene Essl gutes Salz
3 Löwenzahnblüten (nur die gelben Zungen- und Röhrenblüten)
5 hauchdünn, geschnittene Kurkuma Scheiben

Das Veilchensalz-Rezept habe ich vor ein paar Tagen gepostet.

Alle Zutaten werden gemörsert oder gemahlen bis die intensive gelbe Farbe euch entgegen hüpfen will;)

Ich finde Kurkuma passt einfach wunderbar zu Löwenzahn.
Er intensiviert nicht nur die Farbe und ergänzt seine wohltuende Wirkung auf den Magen, Darm, Nieren, Leber und Galle. Kurkuma passt geschmacklich auch noch hervorragend zur sanft, süßen Löwenzahnblüte.

Da diese Mischung im Gegensatz zum Veilchensalz mehr Feuchtigkeit, durch den Kurkuma erhält, lasse ich sie über Nacht, ausgebreitet auf einem Teller im warmen Zimmer abtrocknen.

Dann wird fröhlich Farben geschichtet.
Das macht noch mal richtig Laune;)
Ich fange mit Löwenzahn an und höre mit Löwenzahn auf.

Jenachdem wie groß das Glas ist, gibt es zwei, drei oder mehrere Schichten.

Tipp:
Lasst das schöne Salz nicht in der Sonne stehen. Eigentlich müssten alle Pflanzenzubereitungen dunkel lagern. Sonnenlicht zerstört auf Dauer die wertvollen Flavonoide = Sekundäre Pflanzenstoffe unter anderem auch Farbgeber.

Deswegen lieber im dunklen Schrank lagern, regelmäßig auf den Tisch und flott, weg genießen;)
Lieber bald eine neue Kreation austesten.

Naaaa? Schon Ideen für ein farbenfrohes Schichtsalz? 🌻