Duftendes Veilchen 💜 Salz zu Ostern

Meine jüngsten Wildpflanzenschülerinnen haben mich gestern mit einem Körbchen Duftveilchen ♡ Viola odorata♡ beschenkt. Happy me. Sie haben direkt neben ihrem Haus im Wald eine üppige Veilchen-Quelle, so sagenhaft und märchenhaft schön. Jedes mal wenn ich dort bin sprudelt mir das Herz über, von soviel Schönheit und Duft. An diesen Stellen darf dann auch ein bisschen gesammelt werden.

Das Duftveilchen wird auch Märzveilchen oder Wohlriechendes Veilchen genannt und gehört der Familie der Veilchengewächse an. Es ist natürlich vor allem wegen seines süßen Dufts beliebt und wurde schon in den Gärten der Antike als Heilpflänzchen geschätzt.

In heutiger Zeit wird das Duftveilchen bei Beschwerden der Atemwege, nervösen Herz- und Befindlichkeitsstörungen, Hautbeschwerden und Rheuma verwendet. Das ätherisches Veilchen Öl ist zur Parfümherstellung nur über die sehr kostspielige Extraktion mit Fetten, die sogenannte Enfleurage zu gewinnen.

Da bald Ostern vor der Tür steht und traditionell viele Eiergerichte gegessen werden, darf ein besonderes Salz nicht fehlen. Ich mag meine Liebsten mit einem wunderbar duftenden Veilchensalz erfreuen.

Grund-Rezept für frische Kräutersalze:
Hierfür einfach einen Esslöffel Veilchen auf zwei Esslöffel gutes, helles Salz geben und mörsern. Die Blüten werden frisch verwendet, höchstens leicht angetrocknet um den Duft noch zu steigern. Das Salz konserviert die wertvollen Inhaltsstoffe, lediglich Wasser darf noch entweichen. Hierfür könnt ihr die fertige Mischung über Nacht ausgebrietet an einem zimmerwarmen Ort abtrocknen lassen. Die Farben solcher “Frischpflanzenverreibungen” sind einfach wunderschön und halten sich dunkel aufbewahrt (je nach Pflanze) ein paar Monate.
Das Salz ist aber natürlich ewig haltbar!

Ich hoffe noch auf wenige Blüten Löwenzahn. Hier im Mittelgebirge ist es noch zu kalt, die Sonne lockt ihn aber bestimmt bald hervor. Ich würde gern mein fliederfarbenes Veilchensalz, abwechselnd mit dem sonnengelben Löwenzahnsalz ins Glas schichten.

Ich liebe diese Farbespiele. So könnt ihr eure Lieblings Wildpflanzen über´s ganze Jahr im Glas einfangen. Probiert es mal aus ♡

Kennt ihr euch aus, mit unseren unterschiedlichen Veilchensorten?
Alle Veilchen die im Frühjahr, wild, klein und violett auf den Wiesen zu finden sind, können verwendet werden (sind genießbar) aber nur das Duftveilchen duftet! Bitte keine Alpenveilchen verwenden!

Tipp:
Die Blüten von folgenden Pflanzen können (so sie denn reichlich wachsen) im März und April auch verwendet werden.

Beispiele: Gänseblümchen, Löwenzahn, Bärlauch, früher Flieder, Taubnessel, Magnolie, Obstbaum wie Kirsche, Apfel, Schlehe und Co.

Finger weg von den Schlüsselblumen;)

Natürlich könnt ihr auch andere Pflanzenteile, wie Blätter, Samen, Früchte, Rinden, Wurzeln, verwenden und somit einen endlosen, kreativen Prozess der Rezept-Entwicklung in Gang setzten.

Ich wünsche euch ein blütenreiches, belebendes und leckeres Osterfest.
Lasst mich gerne teilhaben an euren Kreationen.

Eure Maria Salomé Hoffmann

Plötzlich Gärtnerin

Beim Rosenpflanzen – Jaqueline Felix · Fotografie

Seit nun mehr 5 Jahren bin ich stolze Hüterin von insgesamt 5.000 qm Land. Als wir das alte Fachwerkhaus und die fast leere, große Wiese kauften, begann für mich eine Lehrzeit der besonderen Art. Bis dahin leidenschaftlicher WildpflanzenFan, entdeckte ich nach und nach unsere Kulturpflanzen dazu und wurde zur Gärtnerin. Im ersten Winter sah man mich bei Wind und Wetter graben.

Nun friedet ein lebendiger Zaun das Grundstück ein und die Obstbäume besser geschützt vor Hitze, Wind und Eis, wachsen der Sonne entgegen.
An die 3.000 verschiedene Pflanzen habe ich im laufe der Jahre eingepflanzt ausgesät oder einfach willkommen geheißen, da sie Ihren weg selbst zu mir gefunden haben;).
Kräuter, Gemüse aller Art aber natürlich auch Unmengen, essbarer Wild- und seltener Heilpflanzen geben dem Gelände Herz und Struktur. Natürlich ist ein großer Garten eine unerschöpfliche Quelle an, na ich nenne es mal, Tätigkeiten;) aber ich kann mir fast nichts Erfüllenderes vorstellen als zu zu sehen wie es wächst, sich gegenseitig nährt und lebendig ist. Wie alles in Austausch und Beziehung miteinander steht und natürlich gibt es nichts Schöneres als das eigene Obst und Gemüse auf dem Teller.

 

Jaqueline Felix · Fotografie

Schon lange träume ich davon euch mit auf diese Reise zu nehmen. Mit der Expetition Selbstversorgung
und den Bodenkunde-Workshops mit Tobias (siehe Gödenrother Gärten) ist ein Anfang gemacht.

Jaqueline Felix · Fotografie