Willkommen in der Wildpflanzenschule Hunsrück – Seminare und Fortbildungen in Heilpflanzenkunde und Wildniswissen

Liebe Wildpflanzenfreunde,

schön euch hier begrüßen zu dürfen. Die Pflanzenwelt erwacht, eine besondere Zeit im Jahr, wenn die Säfte in den Bäumen steigen und die ersten grünen Blätter und bunten Blüten den Frühling einläuten.

Aktuell: Am 18. April startet die Kräuterwerkstatt und Ende April findet die Baumwanderung (ausgebucht) statt. In der Kräuterwerkstatt sind noch 3 freie Plätze zu vergeben.

Im Wildpflanzenschulen Newsletter werde ich euch durch das Programm im Jahresverlauf leiten. Noch nicht dabei? Oben rechts könnt ihr euch für den Newsletter eintragen.

Ihr wollt euch ein Bild über unsere Arbeit machen?
Vom SWR gibt es einen schönen Beitrag über unsere Dozentinnen und ihre “natürlichen Leidenschaften”.

Expetition in die Heimat-eine abenteuerliche Kräuterwanderung im Hunsrück

Neugierig geworden?

Schöööön. Es gibt noch mehr zu entdecken.
Nehmt euch einen Tee, macht es euch gemütlich und los geht’s.

Viel Spaß beim Stöbern.

Maria Salomé Hoffmann und Team

Und hier geht es weiter mit dem
Wildpflanzenblog

Karde

Maria was willst du nur mit den vielen Disteln? Diese bange Frage wird mir oft von BesucherInnen gestellt.

Distel oder nicht Distel das ist hier die Frage, die auch gleich mit der Zugehörigkeit der Pflanzenfamilie beantwortet werden kann. Heute geht es um die Karde, die ich herzlich willkommen heiße, als eine große Managerin für Artenvielfalt und Gesundheit in meinem Garten. Disteln habe ich natürlich auch;) aber dazu ein andermal mehr.

Karde Dipsacus sylvestris
Kardengewächse / Dipsacaceae

Inhaltsstoffe
Glykoside, Saponine, Terpene, Kaffeesäureverbindungen, Scabiosid, Iridoide

Die Karde ist in Europa heimisch. Sie ist keine Distel, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie, obwohl der Name “Karde” eigentlich von “Carduus” (= Distel) hergeleitet wurde. Früher wurden die kratzbürstigen Blütenstände zum Kardieren von Wolle oder aufrauen von Stoffen genutzt.
Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, aber auch auf Wiesen.
Im Frühsommer bildet sich eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern, die paarweise um neunzig Grad versetzt wachsen. Auf dem Blatt finden sich stachelige Auswüchse, diese finden sich auch auf der Rückseite des Blattes und später auf dem Stängel.
Aus der Rosette wächst im zweiten Jahr ein Stängel, der bis zu drei Meter hoch werden kann.
Direkt am Stängel wachsen jeweils zwei lange Blätter, die miteinander um dem Stängel verwachsen sind. Der sogenannte Venusbecher. Hier sammelt sich Wasser das in früheren Zeiten als heilkräftiges, Schönheitselexier verwendet wurde.

Mit dem Wasser in den Blätterbecken können Wanderer ihren Durst stillen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Pflanze “Dipsacus” heisst, denn “dipsa” ist griechisch und bedeutet “Durst”.

Genutzt wird die Wurzel der einjährigen Pflanze

Karde unterstützt die Heilung bei
Leber- und Gallenbeschwerden, Hautproblemen, Borreliose, Überlastung des Organismus von Medikamenten oder Giftstoffen und daraus entstandene Beschwerden wie Herzstolpern und Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen, Rheuma und Gicht.

Galenikas
Die Kardenwurzel kann als
Tinktur oder Tee gegen Borreliose und andere Bakterien einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch ausleitend nach einer Antibiotika-Behandlung. Der Einsatzzweck der Karde bei Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden können hier die Schulmedizinischen Behandlung ergänzen.

Wilde Karde stärkt das Immunsystems und die Verdauung. So unterstützt sie auch den Stoffwechsel. Und kann auch bei rheumatische Erkrankungen helfen. Zudem unterstützt sie bei Kopfschmerzen.

Die Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt.
Die beste Wurzel-Erntezeit ist der Oktober oder von Februar bis April. Das kommt natürlich auf die Witterung (Schnee, Frost) an. Drei Wochen sollte sie ziehen, bevor man sie abseiht. Wurzeln werden in hochprozentigem Alkohol ausgezogen! Von dieser Tinktur nimmt man
dreimal täglich 20 – 50 Tropfen. Zusätzlich sollte ein gesunder Lebenswandel mit gesunder Ernährung, Schwitzbädern usw. eingehalten werden.
Wolf Dieter Storl hat hier zu ein ausführliches Buch geschrieben mit dem Titel – Borreliose natürlich heilen.

Der Tee aus der Kardenwurzel wird wie folgt zubereitet. Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten trockenen Wurzel kurz auf. Zwei Teelöffel wenn es die frische Wurzel sein kann.

Äußerlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur gegen verschiedene Hautkrankheiten verwenden. Sommersprossen sollen angeblich gebleicht werden und Warzen sollen schwinden.

Signatur
Wenn die wilde Karde blüht, dann bildet sich in der Mitte der Kardendolde ein violetter Blütenkranz, der sich teilt und dann nach oben und unten wandert. Dieses Wandern des Blütenkranzes entspricht aus Sicht der Signaturenlehre der Wanderröte der Borreliose.

Mythologie
Die Kardendistel war bereits im Altertum eine häufig verwendete Heilpflanze gegen eine Vielzahl von Erkrankungen, darunter auch Durchfall, Gelbsucht und Mundfäule.

Geschichtliches
Früher wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um sie anschließend besser spinnen zu können. Hierfür wurde eine größere Karde gezüchtet und der wilden Karde vorgezogen.

Diese Anwendung war bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich. Inzwischen wird Wolle entweder maschinell gekämmt, oder man verwendet breite Kämme mit Metallzinken.

Auch zum Aufrauen und dadurch Abdichten von fertig gewebtem Tuch wurde die Karde verwendet. Diese Art der Anwendung wurde schon in der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) durchgeführt, wie aus Ausgrabungen ersichtlich ist.

In meinem Garten darf diese wunderschöne Pflanze nicht fehlen. Sie macht mir große Freude und ist als Futterpflanze für Schmetterlinge und Vögel nicht wegzudenken. Für den bunten Distelfinken und ein paar Insekten lasse ich die Samenstände auch den ganzen Winter durch stehen.

 

©Copyright: www.wildpflanzenschule.com – Maria Salomé Hoffmann

Programm Vorschau 2024

 

Am 18. April startet die KräuterWerkstatt in eine neue Runde. Wir treffen uns einmal im Monat je (5 mal) von 17:00-19:00 Uhr. Während der Treffen besprechen wir die aktuellen Heilpflanzen und stellen verschiedene Pflanzenzubereitungen her. Es sind aktuell noch 5 Plätze frei.

Die Baum Wanderung

Am 27. April begeben wir uns auf eine ganz besondere Wanderung. Sie wird unseren Blick für die Riesen unter den Heilpflanzen- und Wildpflanzen schärfen. Die Baumwanderung ist eine etwas längere aber dennoch gemütliche Wanderung (max. 6 Kilometer). Mit kleiner Baummanufaktur, anschließendem Wildpflanzenmenü und Open End am Lagerfeuer.
Siehe Kräuterwanderungen
Noch 4 freie Plätze.

Ende Juli wird es wieder eine Wildnis Wanderung geben.

Auf diese 5 Tage Draußen-Zeit mit euch, freue ich mich jetzt schon. Sie ist sowohl für “AnfängerInnen als auch für alte Wanderhasen” geeignet und bietet die Möglichkeit eines besonders nachhaltigen Unterrichts, so zu sagen am Wegesrand. Hier gibt es mehr Infos.
Noch 6 freie Plätze.

Am 23. – 25. August wird es einen Kurs geben, den ich mir schon seit Jahren in diesem Format  gewünscht habe. Und ich übertreibe nicht wenn ich sage: Dieser Kurs ist lebenswichtig!

Im Erste-Hilfe Outdoorkurs lernen wir von Tatjana Jenke in brenzligen Situationen Ruhe zu    bewahren, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen und somit nicht nur als Gruppenleitung im Outdoorbereich, sondern auch als “Mitmensch” wertvolle Ersthilfe leisten zu können.
Mit Erste-Hilfe-Schein vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Rhein-Hunsrück.

Ich ergänze die Inhalte mit den Wildpflanzen, die wir in vielen Situationen zur Unterstützung heranziehen können.
Noch 10 freie Plätze.

Eine Woche später, am 31. August findet unser “Into the Wald” wieder statt.
Dieser Wildnis- und Survival Schnuppertag beinhaltet eine Übernachtung im Wildniscamp.
Noch 6 freie Plätze.

Mit Geschichten und Essen rund um das Lagerfeuer. Sich zurückversetzen in das Leben unserer Vorfahren. Ganz nah dran an der Natur. Wir treffen uns am Morgen, bauen unser Lager auf. Orientieren uns und gehen auf einen Pflanzenspaziergang für das gemeinsame Essen.

Themen werden unter anderem Feuer entfachen, essbare Pflanzen sammeln, kochen am Lagerfeuer, Schnitzen, Schnüre aus Naturmaterialien, den richtigen Lagerplatz finden, Laubhütte und Tarpbauen sein.

Programm der Gödenrother Gärten
Auch 2024 haben wir wieder ein Paket praxisnaher Angebote für euch geschnürt.
Unter anderem zu den Themen: Wildbienenschutz, Garten im Klimawandel
und regenerativ Gärtnern. Auch die Fortbildungsreihe KräuterWerkstatt ist mit
5 Terminen wieder dabei.

Ein verlängertes Kräuter-Wochenende zum Seele Baumeln lassen, Auftanken und Austauschen ist für den Herbst in Planung.
Im nächsten Newsletter werde ich euch genaueres berichten;)

Last but not Least 

Es dürfen auch die kleinen Kräuterwanderungen am Mühlenteich in Lingerhahn nicht fehlen. Sie sind ein schöner Einstieg aber auch eine gute Auffrischung rund um die Welt der wilden Pflanzen und ihrer wertvollen Eigenschaften.
Termine: 26. Mai und 13. Juli 2024 je von 14:00 bis ca. 16:00 Uhr.

Bei Fragen zum Programm könnt ihr euch jederzeit per E-Mail an mich wenden.
Wer sich über mehr Input rund um Wildpflanzen, Biogarten und Wildniswissen freut.
Kann der Wildpflanzenschule auf Facebook und Instagram unauffällig folgen.

Ich freue mich wenn wir uns live und in Farbe in den Kursen begegnen.

Habt Dank für eure Aufmerksamkeit.

Eure Maria Salomé Hoffmann

Last and Least 
Im Wildpflanzen Blog habe ich euch zwei TV Produktionen des letzten Herbstes verlinkt.
Einmal waren wir mit dem SWR zum Thema ” Wildnis Training” unterwegs und in der Sendungsreihe ” Die Mittelgebirge Europas “, hat Arte auch den Hunsrück porträtiert.
Hier durfte ich ein paar Worte zu den wilden Waldbewohnern sagen.

Buchtipp: 

Leben unter Rehen
Sieben Jahre in der Wildnis I Der Bestseller aus Frankreich von Geoffroy Delorme

Anfangs bin ich anhand der Übersetzung aus dem Französischen, etwas in dieses Buch hineingestolpert. Wie in einen fremden Wald auf ungewohnten Wegen aber dann habe ich dieses Buch so sehr geliebt, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Es eröffnet uns eine unerreichbar scheinende Welt. Den Alltag eines Wildtieres. Geoffroy lässt sich, so beschreibt er es, von den Rehen zähmen/aufnehmen und darf ihnen nicht nur folgen um sie zu beobachten er wird sogar zum vollwertigen Familienmitglied der scheuen Waldbewohner.

Ich bin mächtig froh, dass der von den Rehen gezähmter Abenteurer, den Wald auch wieder verlassen hat. Schlussendlich um Autor zu werden und dieses wertvolle Buch, nun auch eure Sicht auf die Welt der Tiere, in unseren Wäldern verändern kann.

 

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ARTE Reportage über den Hunsrück

ARTE TV hat eine Reihe über die Mittelgebirgen Europas gedreht. Auch der Hunsrück ist mit dabei.

Ich war eigeladen ein paar Worte zu meinen Heimatwäldern und ihren wilden Bewohnern zu sagen. Hier der Link zur Sendung.  

Es kommt immer mal wieder vor, dass bei der Beschreibung meiner “Überlebensfähigkeiten” in freier Wildbahn, ein klein wenig über das Ziel hinaus geschossen wird.

Wenn ich es irgendwann tatsächlich schaffe, monatelang Draußen unterwegs zu sein und mich nur von dem ernähren kann, was ich finde, bin ich weg;)

Ein Dank an das Team von Arte für die gute Zeit, die schönen Bilder und Eindrücke über meine Heimat!
Ich freue mich wenn wir mal eine Sendung über das Kochen am Feuer mit Wildpflanzen drehen.
Das wäre ein Träumchen;)

In einem Land vor unserer Zeit

In der ARD Mediathek, in der Sendung Treffpunkt gibt es einen weiteren Beitrag zum Thema “Überleben in der Wildnis”.

Die Ganze Sendung ist unbedingt sehenswert, wer aber nur die 5 Minuten in den hunsrücker Wäldern erleben möchte, sollte auf Minute 16.30 vor Zippen.

Hier der Link: ardmediathek/treffpunkt/in-einem-land-vor-unserer-zeit

Der gemeinsame Dreh hat Spaß gemacht. Für 5 Minuten wurde 5 Stunden lang gedreht.
Ich habe immer großen Respekt vor der Arbeit der Filmteams, so Vieles an Material kann nicht mit hinein und muss aussortiert werden. Ich finde es außerordentlich spannend wie es am Ende herauskommt.

Bitte seht mir nach, dass ich eine Socke zum Wasser sammeln verwende;) Eine tolle Methode, ganz ohne Frage und für das Filmteam die spannendste von zig Varianten der Trinkwasser Gewinnung!

Ich wünschte ich hätte mehr sagen könnten, was mich (Uns) dazu bewegt diese Wege eingeschlagen zu haben. Welches Wunder die Natur ist, wieviel Freude und Sinn das Lernen Draußen macht, wie ähnlich wir unseren Steinzeitlichen Vorfahren trotz Evolution noch sind. Das sich jede unserer Zellen nach mehr Bewegung, wilder Nahrung und Gemeinschaftsleben sehnt. Aber das besprechen wir in einem anderen Kapitel;)

Das Feuer wurde wie immer nach genügend Regenfällen, auf privatem Gelände nach Absprache und mit bestem Wissen und Gewissen entzündet! Leider hat das Schnüre Drehen aus Natur Materialien und das Herstellen eines Feuerbogen-Sets, an Ort und Stelle, nicht mehr in den Film gepasst.

Falls ihr nun Fragen habt und Lust, mal auf diese Weise mit uns Draußen zu sein, empfehle ich euch: unsere 5 tägige Wildnis Wanderung und oder den Wildnisbasikurs “Into the Wald”

Ich freue mich über Mails von euch.
Wilde Grüße eure Maria Salomé Hoffmann

Hier noch ein paar Eindrücke vom Dreh.
Leider zu wenig Bilder von meinen wunderbaren Teilnehmenden!

Ich mag sie deswegen hier kurz aufzählen: 
Carina French mit ihrem Schwiegerpapa Reinhold
Melanie Adamik die Wildbienenbotschafterin
Hanna Stürmer / die wunderbare Pferdeflüsterin
Und meine Frederike Jackel – Wildnispädagogin